Was wackelt, ist meist im Weg und hat gesellschaftlich einen schlechten Ruf?
Das Körperfett! Idealkörper sind schlank, wohlproportioniert, gerade, muskulös, glatt, straff und gesund. Die (hetero)normativen Körperkonzepte schreiben das so vor. Wer die eigene Statur nicht entlang dieser gesellschaftlichen Forderungen anpasst, fällt auf. Obschon inzwischen hier und da andere Körper das Licht der Öffentlichkeit betreten (dürfen), dominiert das oben skizzierte Bild unseren Umgang mit dem Körperfett – nicht so bei der «Philosophin des Fleisches» Doris Uhlich.

Die aus Oberösterreich stammende, preisgekrönte Choreografin entwickelt seit 2006 ihre eigenen Arbeiten, in denen sie ihre Fleischestheorie thematisiert. Uhlich hat eine eigene «Fetttanztechnik» entwickelt. Und so dynamisch wie die drei T im Wort, so ist ihre Bewegungshandschrift: Das verpönte Körperfett wird als Fettwellen inszeniert und in seiner ganzen Schönheit präsentiert. Bewegtes, virtuoses, emotionales, wackelndes, schwabbelndes, vibrierendes Fleisch erobert die Bühne und das Publikum.
Uhlich fragt, wer sich eigentlich ausziehen darf, und schafft mit ihren Choreografien ungeahnte Lebensformen im Theater.

Doris Uhlich war mit ihren Performer*innen in der letztjährigen Ausgabe von Tanz in Bern mit der Arbeit «Every Body Electric» zu Gast. Als heimliche Festivalliebling wird sie dieses Jahr bei Tanz in Bern mit einer besonderen Arbeit zu sehen sein. «HABITAT» verkörpert eine Utopie von Nähe und furchtloser Begegnung, sowohl der Performer*innen untereinander als auch der Zuschauer*innen. Für die Vorstellung braucht es Euch. Doris inszeniert «HABITAT» mit so vielen Berner*innen wie möglich.

Wie steht es aber in Zeiten des «physical distancing» um unsere Möglichkeit, miteinander zu tanzen und uns zu begegnen?

Um das Körperfett zu feiern und diese Fragen zu beantworten, laden wir Euch zu einem exklusiven Tupperware-Abend mit Doris Uhlich und dem Kulturjournalisten Andreas Tobler (Tagesanzeiger) ein. Tanz in Bern ohne Tupperware-Abend ist üblicherweise undenkbar. So besuchen die Programmmacherin Anneli Binder und die dramaturgische Mitarbeiterin Fabienne Amlinger jeweils vor dem Festival Interessierte zu Hause und geben ihnen einen exklusiven Einblick in das Festivalprogramm. In dieser speziellen Ausgabe des Tupperware-Abends «körperschwabbeln» treffen nun Doris Uhlich und Andreas Tobler aufeinander.
Gemeinsam diskutieren sie über Nacktheit im digitalen Raum, Unverkrampftheit und euphorische Begegnungen in Zeiten der Pandemie. Als virtuelles Publikum habt Ihr jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder Eure Kommentare beizusteuern. Wir erleben gemeinsam Doris’ «Fetttanztechnik» von unseren eigenen Wohnzimmern, Küchen, Schlafzimmern aus. Zum Abschluss schwabbeln wir gemeinsam in die Nacht.