Eine Wiese am Stadtrand widersteht seit Jahrhunderten der Privatisierung und steht dem Gemeinwesen als Allgemeingut zur Nutzung und Bewirtschaftung zur Verfügung. Die Grosse Allmend in Bern. Das Modell lässt sich übertragen!

Zusammen mit Nicolas Y Galeazzi und einer internationalen Gruppe von KünstlerInnen wird die Institution Dampfzentrale temporär zu einer «Kunst-Allmend» erklärt. Auf der Grundlage von Studien der Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom über die Verfassung der Allmend und deren These des «dritten Weges» neben der vom Markt oder vom Staat geleiteten Wirtschaft werden folgende Fragen gestellt: Wie lässt sich Kunst in einer Allmend-Ökonomie produzieren? Ist Kunst Allgemeingut oder Privatsache – spezifisch oder universell? Was ist ihre Nachhaltigkeit? Was wären die Konsequenzen einer de-individualisierten Kunst? Welche Ressourcen werden von der Kunst generiert und welche abgegrast? Was ist der Unterschied zwischen dem Teilen von künstlerischen Vorgängen und Tauschen von künstlerischen Werten? Und wer definiert die Qualität, wenn nicht die Nachfrage eines Marktes?

Am Symposium zur Kunst-Allmend werden mit GastrednerInnen und geladenen KünstlerInnen Antworten gesucht und Bedingungen für die Kunst-Allmend erörtert. Zu Beginn wird Georgios Papadopolous die Commoning-Strategien in der Kunst analysieren. Danach entwirft Patricia Reed acht Thesen, unter deren Voraussetzung eine Neuorganisation von Werten in der Allmend-Ökonomie als Gegenmodell zum Finanzkapitalismus möglich wird. Schliesslich zieht Matteo Pasquinelli kritische Bilanz am Diskurs und zeigt auf, wie die Allmenden vom Kapitalismus vereinnahmt wird.

Ausgehend von diesen Beiträgen werden anschliessend die Möglichkeiten einer Allmend für Kunst als alternative Ökonomie in verschiedenen offenen Diskussionsformaten zusammen mit dem Publikum weiter entwickelt.

Dieses Symposium ist Teil eines grösseren Arbeitszusammenhang, der zum Ziel hat, eine internationale Allmend für künstlerische Praxis zu betreiben. Zudem werden die Ergebnisse an der Biennale im Herbst veröffentlicht.