Wer sich auf einen Abend mit Lena Willikens einlässt, der lässt sich auf Konfrontation ein. Konfrontation mit allem, was eine Reibungsfläche zu elektronischer Tanzmusik bietet. Denn was der Kölnerin als Selector in die Hände gerät, spielt sich jenseits einer bestimmten Genre-Komfortzone ab. Es geht hier um den Freigeist, für den beispielsweise auch der Düsseldorfer Club «Salon des Amateurs» steht, in welchem Willikens Resident-DJ ist. Den Freigeist, der auch in ihrem Heimathafen «Cómeme» haust, welcher nicht nur ein Plattenlabel ist, sondern eine Bewegung im globalen Dancefloorzirkus manifestiert.

Daniele Cosmo’s Label Lux Rec hat just zum Monat April eine Neuausrichtung angekündigt und wir werden einige unerwartete Schweizer Künstler auf dem Zürcher Katalog zu hören bekommen. Cosmo ist regelmässig in der Dampfzentrale anzutreffen, etwa mit Interstellar Funk, Helena Hauff oder Intergalactic Gary. Er steht an vorderster Front der wachsenden Schar von Schweizer Künstler*innen, die sich auf der tiefen Suche nach dem obskuren Groove befinden, der bei vielen ob der Angst vor dem Fremden verloren geht.

Wer in dieser Ankündigung bisher eine Stilrichtung für den Abend vermisst hat, der wird auch zum Ende des Texts nicht glücklich: Denn in dieser Nacht geht es nicht um Techno und nicht um House und nicht um Electro, nicht um New Wave, nicht um Disco. Es geht einzig und allein um das Kultivieren der Lücke.

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