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Tickets CHF 15.– / 25.– / 35.–
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Weitere Ticketinfos (U18, Kultur-GA, Rollstuhlplätze)
Tauchen Sie ein in den Limbus, den sich das Künstlerkollektiv ausdenkt und aus dem Nichts erschafft, bestehend aus den Musiker*innen und Komponist*innen Marie Delprat und Stanislas Pili sowie dem Bühnenbildner Thomas Giger und dem Toningenieur Maxime Le Saux.

«Sich in einem Zustand extremen Bebens wiederzufinden,
 erhellt durch die Unwirklichkeit,
 um in einer Ecke seines selbst Teile der realen Welt zu entdecken.» (Antonin Artaud in Der Nabel des Niemandslands)

Das Kollektiv um Marie Delprat stellt sich der Herausforderung, die Frage des Unrepräsentierbaren anzugehen: Die Darstellung eines imaginären Raums, eines mythischen und unwirklichen Ortes.

Mithilfe einer speziellen Vorrichtung, einer immersiven Klanginstallation, schafft das Kollektiv einen szenischen Raum, der die Zuschauenden vollständig einbezieht. Das Eintauchen in dieses kraftvolle Universum ermöglicht es ihnen die eigentliche Räumlichkeit und Materialisierung des Klangs zu erleben.

Die Arbeit des Kollektivs stützt sich auf die Bühne, ihren Ort, der als Heterotopie verstanden wird, ein Konzept, das von Foucault initiiert und später von zahlreichen zeitgenössischen Philosophen weiterentwickelt wurde. Die Installation basiert auf konkreten Materialien, um einen Raum zu schaffen, ihn zu besetzen, indem man ihm Werte und Interpretationen verleiht, die es ihm ermöglichen, anders zu existieren.

Es geht in der Tat darum, diesen imaginären Ort, der nur in seinem religiösen oder übertragenen Sinn existiert, zu konstruieren und greifbar zu machen. In Dantes Göttlicher Komödie ist der Limbus ein unbestimmter Ort, an dem die Seelen, die nicht gesündigt haben, aber nicht ins Paradies gelangen können, weil sie nicht getauft wurden, ausharren. Allgemeiner ausgedrückt bedeutet er einen ungewissen, unentschlossenen Zustand.

Von diesem mythischen, unwirklichen Ort macht sich das Kollektiv die gesamte metaphorische und interpretative Kraft zunutze, die in dem Wort und seinen Konnotationen enthalten ist. Dieser Ort der Vorhölle, der von jeder gewöhnlichen Zeitlichkeit und Räumlichkeit losgelöst ist, wird dank der Installation dennoch zu einem Raum, in dem Klänge und Bilder dem Betrachter alle Möglichkeiten bieten.

Credits

Konzept, Musik: Marie Delprat
Musik: Stanislas Pili
Szenografie, Lichtdesign: Thomas Giger
Sounddesign: Maxime Le Saux
Stimme: Tobias Krüger
Dramaturgische Begleitung: Emmanuelle Delprat
Outside Eye: Yanna Rüger
Produktionsleitung: Maxine Devaud / oh la la – performing arts production
Koproduktion: Dampfzentrale Bern
Unterstützung: Pro Helvetia, Pourcent culturel Migros, Fondation Nestlé pour l’Art, Burgergemeinde Bern, Schweizerische Interpretenstiftung SIS, Gesellschaft zu Schuhmachern
Bild © Marie Delprat