Das 100-Jahre-Jubiläum der IGNM (Internationale Gesellschaft für Musik) wird mit Performances und Konzerten von Chloé Bieri, Ensemble WeSpoke, Ensemble Nikel und Pierre Sublet in der Dampfzentrale gefeiert.

18:15 Uhr: Chloé Bieri (CH)

Chloé Bieri ist eine Schweizer Sängerin, Performerin und Komponistin, die sowohl im Bereich des Chansons als auch der zeitgenössischen und experimentellen Musik arbeitet. Als Performerin hat sie sich auf Musiktheater, Vokalperformances mit Elektronik und interdisziplinäre Zusammenarbeit spezialisiert.
In ihren zeitgenössischen Performances verwendet sie Materialien aus verschiedenen Bereichen wie Jazz, Lyrik, Pop, Burlesque und französischem Chanson, die sie als Kontrapunkt zu ihren Gesangs-, Körper- und Experimentalperformances, Videos und elektronischer Musik einbaut. Für das Jubiläumskonzert der IGNM «100 Jahre Musik von Heute» erarbeitet sie drei kurze Performances, die als Intermezzi im Foyer/Barbereich und im Konzertsaal zwischen den drei Hauptkonzerten aufgeführt werden und die einzelnen Veranstaltungen zu einem Event verbinden.

Interlude1: PrtEliRjfrAi/n/1p0RtkWua/Wifi (2018)
für Stimme, Laptop und Tonband
«Ein Raum voller Menschen, vielleicht eine Bar oder ein großes Restaurant, die Notwendigkeit eines Passworts, um eine Nachricht an eine weit entfernte Person zu senden, und die Unmöglichkeit, mit den Menschen im Raum zu kommunizieren…»

18:30 Uhr: Ensemble WeSpoke

Winnie Huang: Tick Tock iiii (2021)
Jeppe Ernst: Offertorium (2018)
Christian Kesten: Zunge lösen (1999)
Hanna Hartman: Termite Territory (2019)

We Spoke ist ein in der Schweiz ansässiges Kollektiv für experimentelle und zeitgenössische Musik, das von Serge Vuille gegründet wurde und heute von der Pianistin Gwen Rouger und dem Perkussionisten Julien Annoni geleitet wird. Der Name «We Spoke» kreuzt die Interjektion «we speak!» (wir sprechen) – unser Wunsch, die Mäander der heutigen Musik zu erforschen – und «bespoke» (massgeschneidert), als Resonanz auf unseren Wunsch, sie innerhalb des größeren Kontextes der darstellenden Künste zu präsentieren. Inspiriert von der eleganten und strengen Tradition der Kammermusik spielen We Spoke kühne Interpretationen moderner Stücke, Gemeinschaftsschöpfungen und des zeitgenössischen Repertoires.

20:10 Uhr: Chloé Bieri (CH)

Interlude 2: Ardenti Administrationem (2021)
für Stimme, elektroakustische Geräte, Objekte, Kassetten, Konfettikanone, Noinput-Mischung, Discokugel und Licht.
«Geräuschatmosphären, gewohnheitsmäßige Gesten, Telefonanrufe, automatisches Klingeln, ein überlastetes Büro, ein Zimmer mitten in der Stadt, eine Restaurantterrasse? Das unerfüllte Bedürfnis nach Informationen in einem Labyrinth von Nicht-Antworten mit endlosen Fallstricken. Während des Stücks aktiviert die Performerin eine Reihe von Geräuschen und Objekten als Kontrapunkt zu ihren Gesangsstimmen, die Arbeit ist inspiriert von den Aufgaben der Geräuschemacher in Stummfilmen und im Hörspiel.»

20:30 Uhr: Ensemble Nikel

Sarah Nemtsov: Sh’virah, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2020)
Didem Coskunseven: Ext. The Woods. Night, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2021)
Matthew Shlomowitz: Graveyard Slot, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2019)

Ensemble Nikel ist ein aus Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier bestehendes internationales Quartett, welches sich zu seiner Arbeit gemacht hat, spektrale und künstlerische Hörziele zu erforschen.
Durch die Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Instrumenten entwickelt die 2006 gegründete vielbeachtete Formation einen neuartigen, kammermusikalischen Sound, bei dem elektrische und akustische Klänge zu einem außergewöhnlichen Klangorganismus verschmelzen, der auf einem breitgefächerten, anspruchsvollen musikalischen Vokabular aufbaut. Die kontinuierliche Suche nach neuen musikalischen Ideen folgt dabei nicht nur der Leidenschaft für das Musizieren und Interpretieren großartiger musikalischer Werke, sondern auch dem Wunsch, ästhetische Vorurteile und Gegensätze zwischen den bekannten musikalischen Genres zu überwinden.
Das Ensemble Nikel initiiert neue konzeptuelle Projekte mit verschiedenen Partnern, Solisten und Ensembles sowie neue Werke, die von führenden Komponist*innen geschrieben wurden.

22:30 Uhr: Chloé Bieri (CH)

Interlude 3: Gala (UA)

«Petit drame de chambre» für Solo-Performer, Live-Elektronik, Objekte, Vinyl und ein Glas. «Sie wurde zu einem Gala-Abend eingeladen, und ihre Mutter riet ihr, einen schönen Anzug zu tragen, um einen guten Eindruck zu machen. Es ist eine große Chance für ihre Karriere, es werden viele wichtige Leute da sein und sie hofft, sie zu beeindrucken!»

23:00 Uhr: Pierre Sublet (Bern, CH)

Morton Feldman: Triadic Memories (1981)

Pierre Sublet ist Dozent für Klavier und zeitgenössische Kammermusik an der Hochschule der Künste Bern. In Feldmans Komposition «Triadic Memories» verschwimmen die Relationen der Zeit, so dass die Zuhörer in eine neue Welt der Wahrnehmung von Zeit und Klang geführt werden. Feldman hinterliess den Pianisten ein Werk, das sie die feinsten Klangabstufungen und zartesten Töne bis hinein in ein vielfaches Pianissimo dem Klavier entlocken lässt. Es geht um das Entstehen, Vergehen und Ineinander-Klingen der Töne – in einer Weite der Stille. «Triadic Memories» versetzt das Publikum in einen Zustand wo die Zeit nicht mehr als Zeit wahrnehmbar ist und uns erahnen lässt, was Ewigkeit sein könnte.

Ensemble Nikel
Brian Archinal, Perkussion (Bern, CH), Yaron Deutsch, E-Gitarre, Antoine Françoise, Piano & Patrick Stadler, Saxofon

WE SPOKE: HANDS&FACE
Julien Annoni, Gwen Rouger, Hannah Walter, Fanny Anderegg, Chloé Bieri