Doppelabend mit Nick Steur

In ihrer Soloperformance versetzt uns die Finnin Sonja Jokiniemi mithilfe eines Zeltes und ihres MacBook an einen Ort, an dem der Sinn der Dinge zur Debatte steht. Die Welt auf dieser silbernen Mondlandschaft ist zu einer einsamen Erfahrung geworden, überstimuliert und körperlos. Fragmentierte, aus den Fugen geratene Bewegung, Texte und Bilder sind die Spieler dieser Bühne. Was ist wahr? Was real? Ein raffiniertes Spiel aus virtuellen Bildern und realem Handeln, aus Materialität und Projektionen, von innen nach aussen beginnt.

RRRRR erzählt von schizophrenen Zügen in uns selbst, unserer Umgebung, der virtuellen Welt und den gesellschaftspolitischen Strukturen. Das besondere Interesse von Jokiniemi gilt der ständigen Präsenz von Künstlichkeit und der Entkörperlichung in der Online-Existenz. Ihr Projekt zielt darauf ab, Verdrängungen, Entgleisungen und Chaos in unserer Umgebung und in unseren Seelenlandschaften zu analysieren, sie zu verstehen und sie methodologisch für ihre Arbeit als Performerin aufzubereiten. RRRRR feiert am Forever Young Festival seine Premiere.

Sonja Jokiniemi erwarb ihren BA in zeitgenössischem Tanz und Choreografie am Laban Centre in London und schloss ihr Studium am DasArts in Amsterdam mit einem Mastertitel in Theaterwissenschaften ab. Ihre Arbeit ist häufig auf Katastrophenereignisse fokussiert, die in Miniaturlandschaften dargestellt werden. Sie interessiert sich für subjektive Sprachsysteme und macht in ihren Performances Gegenstände zu Mitspielern. Ihre Werke tragen Titel wie «OH NO» (2013) und «Hmm» (2015). Neben ihrer Arbeit als Performancekünstlerin zeichnet sie und schreibt Bücher. Mit autistischen Erwachsenen arbeitet Jokiniemi an einem Forschungsprojekt über subjektive Kommunikationsformen und sprachliche Konstrukte.

 

Credits
Regie, Performance, Zeichnungen: Sonja Jokiniemi. Bühnenbild: Miguel Angel Melgares. Musik: Natalia Dominguez Rangel. Licht: Jenni Pystynen. Kostümbild: Janneke Raaphorst. Produktion: Riikka Thitz. Koproduktion: Dampfzentrale Bern, Kiasma Theatre
Residenz-Unterstützung: Arc Artist Residency, Arsenic Theatre and Les Urbaines, STUK Kunstencentrum
Unterstützt von Alfred Kordelin Foundation, Kone Foundation.