Einfach gesagt
Ein Künstler fälschte jahrelang Bilder von berühmten Maler*innen. Er täuschte alle und verdiente damit viel Geld. Dann machte er einen Schreibfehler und wurde verhaftet. In diesem Stück spricht er über sein Leben und wie er gearbeitet hat.

1994 stürmt die französische Polizei Geert Jan Jansens Anwesen und beschlagnahmt dort über 1600 gefälschte Werke im Stil von Picasso, Dali, Appel und Weiteren. Über 20 Jahre lang hat Jansen bis zu diesem Zeitpunkt die Kunstwelt so sehr zum Narren gehalten, dass Picasso und Appel selbst die Echtheit einiger dieser Werke bestätigten. Doch ein banaler Schreibfehler lässt alles auffliegen.
In «True Copy» rollt Jansen seine Lebensgeschichte auf und das belgische Kollektiv BERLIN fragt nach dem Wert von Echtheit. Wieso ist es so wichtig, wer ein Bild gemalt hat, wenn es doch so oder so schön ist? Und wer trägt am Ende die Schuld für diesen Fälschungsskandal? Der Fälscher oder der heuchlerische Kunstbetrieb, der überhaupt erst den Nährboden für die Arbeit legte? Die Komposition von Realität ist ein zentraler Bestandteil von BERLINs Arbeiten. So begann die Inszenierung von «True Copy» bereits vor der Premiere: BERLIN fingierte im November 2018 den Fund einer zuvor verschollenen Picasso-Zeichnung. Die internationale Presse war in heller Aufregung, bis die Gruppe das Rätsel nach einigen Tagen auflöste und Jansen als den Urheber der Kopie präsentierte.

BERLIN wurde 2003 von Yves Degryse, Bart Baele und Caroline Rochlitz in Antwerpen gegründet. Die Gruppe lässt aus realen Begebenheiten multimediale Performances erwachsen, bei denen das Publikum oftmals nicht mehr zwischen Theater und Realität unterscheiden kann. 2015 war BERLIN bei auawirleben mit der Videoinstallation «Perhaps all the Dragons» zu Gast. 2020 war «True Copy» eingeladen, musste aber abgesagt werden. Dieses Gastspiel holen wir nun begeistert nach.

Konzept, Regie: BERLIN (Bart Baele, Yves Degryse)
Mit: Geert Jan Jansen, Eveline Martens
Assistenz von Geert Jan Jansen: Luk Sponselee
Video: BERLIN, Geert De Vleesschauwer, Jessica Ridderhof, Dirk Bosmans
Schnitt: BERLIN, Geert De Vleesschauwer, Fien Leysen
Bühne: Manu Siebens, Ina Peeters, BERLIN
Licht: Barbara De Wit
Technische Koordination: Manu Siebens, Geert De Vleesschauwer
Musik: Peter Van Laerhoven
Piano: Govaart Haché
Cello: Katelijn Van Kerckhoven
Live-Tonabmischung: Arnold Bastiaanse
Produktionsleitung: Celeste Driesen, Jessica Ridderhof
Management: Kurt Lannoye

Koproduktion: deSingel, LE CENTQUATRE, Het Zuidelijk Toneel, Brighton Festival, C-TAKT, Theaterfestival Boulevard, PACT Zollverein