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Wormgear ist ein audiovisuelles Performanceprojekt von Yannick Mosimann und Tim Shaw, das der Frage nachgeht, was geschieht, wenn ein Filmprojektor nicht mehr dazu benutzt wird, einen Film zu zeigen, sondern als Instrument für experimentelles Licht und Sound gespielt wird. Das Projekt verlagert die Aufmerksamkeit von den Bildern, die Medientechnologien erzeugen, auf die Technologien selbst: Projektoren, Filmschlaufen, Mikrofone, Sensoren, Licht, Vibration und mechanische Bewegung werden zum primären künstlerischen Material.

Im Zentrum stehen 16mm-Filmschlaufen, die nicht mit einer Kamera aufgenommen, sondern direkt chemisch bearbeitet wurden – mit Alltagssubstanzen wie Essig, Salz oder Pflanzenöl. Diese Schlaufen laufen durch den Projektor und erzeugen dabei ständig wechselnde visuelle und akustische Phänomene. Mikrofone und optische Sensoren nehmen das Licht und die Geräusche des Projektors auf und verwandeln sie in Echtzeit in weitere Klangebenen – so entsteht ein Feedbacksystem, in dem Bild, Ton und Maschinenverhalten sich gegenseitig kontinuierlich beeinflussen und verändern.

Die Motivation hinter dem Projekt ist ein gemeinsames Interesse daran, die verborgenen Prozesse sichtbar zu machen, die zeitgenössischen Medientechnologien zugrunde liegen. In einer Zeit, in der digitale Systeme zunehmend undurchsichtig und automatisiert sind, stellt Wormgear Materialität, Unvollkommenheit und physische Interaktion in den Vordergrund. Anstatt Technologie als reibungslos und unsichtbar zu präsentieren, legt das Projekt ihre Mechanismen offen und begreift Unberechenbarkeit, Fehler und Zufall als kreative Kräfte. Damit lädt es das Publikum ein, seine Beziehung zu den technologischen Infrastrukturen, die das alltägliche Erleben prägen, neu zu überdenken.

Yannick Mosimann ist ein Experimentalfilmer, Klangkünstler und Fotograf aus Bern. Seine künstlerische Praxis umfasst Filme, Video- und Audioinstallationen sowie Kooperationsprojekte mit verschiedenen Künstler*innen, sowohl als Filmemacher als auch als Musiker. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen intuitive Prozesse, sinnliche Erfahrungen und die Neuinterpretation von Erzählungen. Thematisch beschäftigt er sich mit dem Anthropozän, der Natur, der Kosmologie, der Dunkelheit und der menschlichen Wahrnehmung.

Tim Shaw aus England arbeitet mit Ton, Licht und Kommunikationsmedien, um Performances, Installationen und ortsbezogene Interventionen zu kreieren. Seine Arbeiten zeugen von einer äusserst vielfältigen Praxis. Er erfand künstlerische Methoden, um in die Klangwelt von Insekten hineinzuhören, gestaltete Augmented Sound Walks und Performances für Hochspannungsgeräte, übertrug Radiosendungen durch Bäume und extrahierte Klangmaterial aus Felsen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für seine Arbeit von zentraler Bedeutung.

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