Das Foyer der Dampfzentrale erstrahlt dieses Jahr im angesagtesten Licht der Stunde: Aussen halbdurchlässig verspiegelte Fassade – was für ein einzigartiger Raum verbirgt sich wohl dahinter? Ich bin gleichzeitig im fernen Tokyo und im nahen Bern, gleichzeitig im hippsten Underground-Schuppen und auf der höchsten Sky-Lounge, gleichzeitig am türkisfarbenen Meer und im urbanen Viertel. Die Szenografin Romy Springsguth nutzt die Eigenart der Dampfzentrale und erschafft mit einfachen Elementen eine verklärt singuläre Atmosphäre. Im ironischen Spiel mit der Illusion des Speziellen setzt sich Romy in ihrer Rauminszenierung kritisch mit dem menschlichen Streben nach Einzigartigkeit auseinander.

Valérie Cattilaz, Praktikantin Kommunikation Dampfzentrale Bern

Romy Springsguth ist Bühnenbildnerin, Szenenbildnerin und Kostümbildnerin für Film, Theater und Tanz.Seit ihrem Studium an der Kunsthochschule Berlin Weissensee arbeitet sie international und wurde dieses Jahr mit der Produktion »Das grosse Heft« (Regie: Ulrich Rasche) zum BerlinerTheatertreffen 2019 nach Berlin eingeladen. In Bern kollaboriert sie unter anderem mit der KompagniedeRothfilsund hat für Joshua Monten gearbeitet. Als Szenografin arbeitet Romy mit dem Speziellen des jeweiligen Ortes und versetzt die Räume durch Hinzufügen meist reduzierter Elemente in einen neuen, ihnen eigenen Zustand.