Reduktion und Stabilität: Der Aarauer Komponist Jürg Frey zeigt, was Schwärme im Innern zusammenhält – dies für das Konus Quartett aus Bern und das Quatuor Bozzini aus Montreal. 

Jürg Freys Musik scheint auf den ersten Blick wenig mit den schnellen, rasanten Richtungswechseln eines Schwarms zu tun zu haben. Und so bedarf es diesmal eines anderen Blicks auf das Phänomen: Ist ein Schwarm stabil? Was hält ihn zusammen? Wie entsteht ein gemeinsamer Richtungswechsel, eine Veränderung? Wie frei kann ein Individuum im Schwarm sein? Frey schreibt: «Wenn ich über den Begriff ‹Schwärme› nachdenke, muss ich auch den Begriff der Stabilität ins Blickfeld nehmen. Nicht weil ich der Ansicht bin, dass es sich hier um Gegensätze handelt, dass die Stabilität also etwas Fixiertes ist im Gegensatz zum Fliessenden der Schwärme, die sich in Bewegung befinden, sondern weil ich in meinem Komponieren die Erfahrung gemacht habe, dass ein Schwarm eine besondere, nicht fassbare Form von Stabilität ist. Es ist dann gerade die Offenheit einer Partitur, in der viele Elemente beweglich bleiben, die dem Zeitfluss Stabilität gibt.» Das geschieht nun über die Dauer einer Stunde. Dabei treffen zwei hervorragende Ensembles zusammen, die in sich schon Schwärme zu bilden vermögen: die vier Saxophone des Berner Konus Quartetts sowie die vier Streichinstrumente des kanadischen Quatuor Bozzini.

Programm

Jürg Frey (*1953): «Oktett für Streich- und Saxophonquartett» (2021, UA)

Quatuor Bozzini: Clemens Merkel, Alissa Cheung, Violine; Stéphanie Bozzini, Viola; Isabelle Bozzini, Violoncello

Konus Quartett: Fabio Oehrli, Sopransaxophon; Jonas Tschanz, Altsaxophon; Christian Kobi, Tenorsaxophon; Stefan Rolli, Baritonsaxophon

Eine Veranstaltung von Musikfestival Bern und Chuchchepati Orchestra in Kooperation mit Dampfzentrale Bern.

Projektförderer: Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden, Kanton St. Gallen Kulturförderung / Swisslos, Stadt St. Gallen Kulturförderung

Bild: Livio Baumgartner