21:00 Edward Ka-Spel & The Silverman (UK)

22:30 The Residents present «In Between Dreams» (USA)

00:00 Mick Harris presents Fret (UK)

danach: Von Wurstfinger (DJ-Set)

 

The Residents aus San Francisco sind der Inbegriff einer Kultband. Noch immer weiss niemand genau, wer hinter dieser Gruppe steckt. Interview gaben sie kein einziges. Seit 1973 treten sie live auf, aber die Gesichter der Akteure sind stets hinter Masken versteckt. Ende der 1970er-Jahre entstand ihr bekanntestes Outfit, die legendären «Eyeballs»: überdimensionale Augäpfel, welche anstelle des Kopfes aus adretten Anzügen ragten. Unter Verwendung moderner Technologien produzieren die kalifornischen Medienkünstler The Residents einen bizarren Mix aus Pop und Avantgarde. Immer wieder dekonstruieren sie die Mythen der Popkultur, indem sie sich auf hintergründige Weise darüber lustig machen. So ist nicht einmal bekannt, wie viele Mitglieder die Band tatsächlich hat. Laut eigenen Angaben sind auf Plattencover und auf der Bühne nur deshalb meist vier Gestalten zu sehen, weil archetypische Popbands seit den Beatles eben zu viert sind. «The Residents invite their audience to escape to a land of dreams, where the act of posing questions outweights the art of answers» steht im Text zu ihrem neuen Programm «In Between Dreams», welches schweizexklusiv in der Dampfzentrale zu sehen sein wird.

 

The Legendary Pink Dots spielen seit mehr als 30 Jahren ihre unnachahmliche, himmeltraurig schöne Popmusik, die seit jeher zu mystisch-verklärt, zu sakral und melancholisch, vielleicht auch einfach zu kompromisslos war, als dass sie je bei einem grossen Publikum eine Chance gehabt hätte. Der traumwandlerische, manchmal aufwühlende Pink Dots-Sound kreist seit jeher um die unverkennbare Stimme von Edward Ka-Spel, dieser unfassbaren Figur zwischen Waldschrat und Prophet. Kürzlich erschien ein gemeinsames Album mit seinem vielleicht grössten Fan, der Dresden Dolls-Sängerin Amanda Palmer. Musikalischer Kopf der Legendary Pink Dots ist seit dem ersten Tag Phil Knight, besser bekannt als The Silverman. Drei Dutzend Musiker waren in all den Jahren über kürzere oder längere Zeit festes Mit-glied der Pink Dots, den Kern aber bildeten seit jeher Ka-Spel und The Silverman. Nun beehren sie Saint Ghetto mit einem exklusiven Duo-Konzert.

 

Die Diskografie, die Mick Harris in den letzten 30 Jahren hinterlassen hat, ist verwoben und schier unübersichtlich. Er begann seine musikalische Laufbahn als Schlagzeuger für britische Grindcore-Veteranen wie Napalm Death und Extreme Noise Terror (wofür er noch heute kultisch verehrt wird), wandte sich dann aber überraschenderweise der elektronischen Musik zu. Insbesondere unter dem Namen Scorn erschuf er seit Mitte der 1990er dublastige, hypnotische und dezidiert langsame elektronische Tracks, und es liegt nahe, ihn als den ungekrönten Wegbereiter des Dubstep zu bezeichnen. Nebenbei sass er im Trio Painkiller mit John Zorn und Bill Laswell auch wieder am Schlagzeug. 2011 erklärte er das Projekt Scorn als beendet und vermeldete, nicht mehr live aufzutreten. Ein fulminantes Konzert diesen Sommer am Berlin Atonal-Festival beendete diese langjährige Pause.