20:30 Uhr: Laetitia Sadier
22:15 Uhr: Atom™

 

Atom™ heisst das aktuelle Projekt des in Chile lebenden Deutschen Uwe Schmidt, den man unter verschiedensten Pseudonymen kennenlernen konnte (u.a. Atom Heart, Lassigue Bendthaus). Als Señor Coconut hat er im Jahr 1999 eine der grossen musikalischen Überraschungen vollzogen, die bis heute nachklingen.

 

Das Projekt Señor Coconut war so verblüffend wie absolut einzigartig. Mit ausschliesslich aus Samples lateinamerikanischer Platten und mit Hilfe von Gastsängern erschuf er Rumba-, Cumbia-, Merengue- und Cha-Cha-Cha-Versionen von Kraftwerk-Songs. Ein bestechendes Konzept, welches weltweit für Furore sorgte und schliesslich auch zu einer Live-Version mit kompletter Band führte. Seit 2009 konzentriert sich Schmidt nun aber auf Atom™ und hat letztes Jahr mit «HD» ein vielbeachtetes neues Album veröffentlicht, das wiederum stark an der musikalischen Ästhetik von Kraftwerk geschult ist. Den Song «Ich bin meine Maschine» könnte man als eine Hommage an sie und mit der elektronischen Coverversion von The Who’s «My Generation» zeigt Schmidt, dass er nach Señor Coconut weder Humor noch Sinn für genreübergreifende Ideen verloren hat. Für ein exklusives Schweizer Konzert kommt er an den Eröffnungsabend von Saint Ghetto.

 

Laetitia Sadier war Sängerin, Keyboarderin und Gitarristin der Britischen Band Stereolab, eine der einflussreichsten Alternative Pop-Bands der 90er. Bekannt wurde sie ausserdem mit ihrem Nebenprojekt Monade und Kooperationen mit Blur, Luna oder Mouse On Mars. Laetitia Sadier steht – laut Rolling Stone – für «sinnliche, linksradikale Gesellschaftskritik, gepaart mit gepflegtem Lounge-Pop».

 

Aus der Verbindung von Tim Gane und Laetitia Sadier zwischen 1990 bis 2009 ist neben Sohn Alex mit Stereolab eine erfolgreiche Band entstanden, die weltweit Erfolge feierte. Tim Gane komponierte, Sadier formulierte die Texte in Englisch und Französisch. Gane habe die Kontrolle nie aus der Hand gegeben, was sie zur blossen Stimme gemacht habe, meint Sadier. Deshalb arbeitete sie bereits 1996 an ihrem eigenen Projekt Monade, das sie zusammen mit Rosie Cuckston von Pram führte. Stereolab ging 2009 in die Auszeit. Im Oktober 2010 veröffentlichte Sadier auf dem amerikanische Label Drag City ihr Solo-Debüt «The Trip», eine relaxte Reise durch das entrückte Spacepop-Universum, und legte 2012 mit «Silencio» nach. Angekommen ist sie heute beim dritten Soloalbum «Something Shines». Sie sei mit einem Trio unterwegs und sehr glücklich, ihren eigenen Weg zu gehen, meint Sadier. Schön, führt dieser für ein einziges Konzert in der Deutschschweiz in die Dampfzentrale.