Phantom Ghost-Konzert wegen Krankheit abgesagt

 

Die Gruppe Phantom Ghost hat aus Gesundheitsgründen das Konzert von heute Abend leider absagen müssen. Wie geplant spielen aber Sven Kacirek und das Duo David Maranha & Z’ev, sowie als late night-Gast The E’s aus Bern.

Die Tagestickets für heute kosten daher nun Fr. 15.- anstatt Fr. 30.-. Wenn Sie ein Ticket im Vorverkauf gekauft haben, erhalten Sie an der Abendkasse eine Entschädigung von Fr. 15.- in bar zurück (ebenso die Besitzer eines Festivalpasses). Sollten Sie sich dafür entscheiden, auf den ganzen Abend zu verzichten, erhalten sie ein Gratis-Ticket für einen anderen der beiden Saint-Ghetto Abende.

 

20:30 Sven Kacirek

21:30 Phantom Ghost

23:00 David Maranha & Z’EV

00:00 DJ Benedikt Sartorius

(Ablauf t.b.c.)

 

 

PHANTOM GHOST

 

Dirk von Lowtzow, Sänger der Hamburger Indie Rock-Institution Tocotronic, und Musiker/Produzent Thies Mynther (Keyboarder bei Stella und Superpunk) trafen sich 1998 das erste Mal, um gemeinsam zu musizieren, damals noch zum angeheiterten Nachspielen von John Cale und Leonard Cohen-Songs. Schon mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen aber entführten Phantom Ghost ihre Hörer in einen gewundenen Irrgarten aus halluzinatorischen Querverweisen und überraschenden Assoziationen, stilistisch irgendwo zwischen Pop und elektronischer Tanzmusik. Ihr drittes Album eröffnete 2006 den Weg zu einer Art elektronischem Folk, einer akustische Spinnerei, einem Flickenteppich aus erfundenen Geschichten und pseudowissenschaftlichem Schabernack. Die Live-Umsetzung dessen war aber bereits eine kammermusikalischen Version in der schlichten Besetzung Gesang und Flügel. Dadurch wurde der Weg geebnet für die viktorianische Pop-Noblesse für die Phantom Ghost heute stehen: Album Nummer 4 war rein akustisch, und auch das kürzlich erschienene fünfte Werk mit dem bezeichnend selbstironischen Titel «Pardon My English» lebt neben vereinzelten Gastauftritten ganz vom Pianospiel und dem eigenwilligen, selten humorfreien Gesang von Lowtzows.

 

SVEN KACIREK

 

Der Hamburger Sven Kacirek ist eigentlich Schlagzeuger, kommt aus der Jazz- und Drum’n’Bass-Szene, und hat sich in den letzten Jahren seinen eigenen Weg gebahnt, der in seiner popmusikalischen, manchmal sogar romantischen Annäherung an die Minimal Music deutlich an Hauschka (den «Publikumsliebling» des letztjährigen SAINT GHETTO-Festivals) oder Pascal Comelade erinnert. Sven Kacirek entwickelt seine Musik immer mit den Trommelstöcken in der Hand. Sein Sound besteht aber natürlich aus mehr als nur präsenten Beats – sämtliche Elemente eines Stücks bis hin zur Melodie sind aus kleinen perkussiven Mustern zusammengesetzt. Obwohl er keinerlei elektronisches Instrumentarium einsetzt, klingt das bisweilen so elektronisch, dass die absurd anmutende Bezeichnung Acoustic Electronica gut ausdrückt, was Kacirek’s Soundbild so einzigartig macht. Vor zwei Jahren reiste er durch Kenia um eine Soundbibliothek dort lebender Musiker mit nach Hause zu nehmen und kreierte zusammen mit eigenen Sounds ein Album.

 

DAVID MARANHA & Z’EV

Z’EV, 1951 als Stefan Joel Weisser in Kalifornien geboren, wurde bekannt mit Aufsehen erregenden, äusserst physischen Perkussions-Performances, bei denen er leere Fässer, Ketten und Metalle aller Art einsetzte – Jahre bevor Einstürzende Neubauten dies taten – und die in krassem Gegensatz standen zu seinem Studium in balinesischem Gamelan und indischer Tala. 1980 spielte er im Vorprogramm von Bauhaus, dann wurde er Perkussionist im Orchester von Glenn Branca und kurz später zu einer der frühesten Ikonen der Industrial Music. Die Liste seiner künstlerischen Partner beschränkt sich jedoch keineswegs auf diese eine Szene sondern umfasst neben Musikern auch KünstlerInnen aus Literatur, Film und Tanz, so zum Beispiel Simone Forti oder die Schweizerin Salome Schneebeli.

Der portugiesische Architekt und Musiker David Maranha – eine Generation jünger als Z’EV – war in den 1980er-Jahren Teil der Band Osso Exotico und kollaborierte live mit Phill Niblock, Carla Bozulich, Arnold Deyblatt, Chris Cutler und Ben Frost. Sein angestammtes Instrument ist die Orgel, mit der er drastische, psychedelische Flächen legt, die als Unterbau für das Perkussions-Arsenal von Z’EV dienen.