Geografisch weit voneinander entfernt, scheint die Schweiz und Skandinavien zunächst mehr zu trennen als zu verbinden. Aber: Keines der Länder hat mehr als 10 Millionen Einwohner, alle belegen sie einen Platz in der Top Ten der reichsten Länder der Welt. Auch Gesellschaftsentwürfe und Mentalitäten sind ähnlich. Klein, reich, am Gemeinwohl orientiert – das gilt für die skandinavischen Länder ebenso wie für die Schweiz.

«Einer für alle, alle für einen» lautet der Schweizer Wahlspruch, der Zusammenhalt und Gleichheit propagiert und auch die Grundlage für eine partizipative Demokratie schafft. Er spiegelt sich im skandinavischen Jantelagen-Prinzip, das die Gleichstellung aller Bürger anstrebt selbst zum Preis der eingeschränkten Entfaltung des Einzelnen zum Wohle der Allgemeinheit. Dazu zählt auch das uralte Gesetz des Jedermannsrechts, das ausser Skandinavien und die Schweiz nur Schottland kennt: Unabhängig von Herkunft und Kultur darf jedermann die frei zugängliche Natur nutzen und dort sein Alger aufschlagen.

Aber auch Gemütlichkeit, das Hyggelige, wird in den beiden Ländern geschätzt. Die hygge mit der eigenen Sippe hat aber auch ihren Preis: Fremdenhass grassiert. Parteien, die versprechen, die Partizipation am Wohlstand auf das eigene Volk zu begrenzen, haben starken Zulauf. Mehrere Schweizer Volksentscheide und Parlamentswahlen zeigen davon. Im selben Jahr wurden im für seine Offenheit stets so gelobten Schweden die rechtspopulistischen «Schwedendemokraten» nach einem Stimmenzuwachs von gut sieben Prozent drittstärkste Partei.

Was sind also die Schattenseiten dieser scheinbar mustergültigen Gesellschaften? Wer darf am Wohlstand partizipieren, wer wird ausgeschlossen? Wie sieht der Umgang mit dem libertinen Gesetz 2015 angesicht anhaltender Flüchtlingsströem aus? KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen diskutieren. Das performative Setting des Symposiums ermöglicht es Ihnen, ihre Standpunkte klarer und radikaler zu äussern als in einer angeleiteten Diskussionsrunde.

TeilnehmerInnen: Carsten Jensen, Ariane Andereggen, Dr. Kijan Malte Espahangizi, Prof. Dr. Klaus Müller-Wille, Lucie Tuma & Laura Stämmer

Preis: 7 CHF

Konzept: Georg Weinand & Miriam Coretta Schulte

Moderation: Miriam Coretta Schulte