Bekannt für ihre raffinierten Überlagerungen von realem Bühnengeschehen und Projektion, bei denen Körperbilder und Bewegung in einen neuen Kontext gestellt werden, setzt Nicole Seiler mit «Shiver» ihre intensive Recherche filmischer Stilmittel fort. Ausgehend vom Genre der Detektivgeschichte, des Polizeifilms und von Horrorbildern, haucht die Schweizer Choreographin ihrer multimedial inszenierten Arbeit Spannung ein und kreiert einen Tanz-Thriller für die Bühne. Da reicht schon ein halb aufgezogener Vorhang, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint, um die Erwartungen auf das Düstere zu erfüllen. Es ächzt, es stönt, es rattert, wenn sich ein Tänzer im Dunkeln über die Bühne bewegt, nur seine Umrisse durch leuchtende Linien erkennbar, ein amorphes Wesen. Andere Figuren tauchen auf, in grotesk verformten Kostümen. Auch hier ist die Aura des Bedrohlichen greifbar. Mittels Infrarotkamera, Videoprojektionen und präzise komponierten choreographischen Sequenzen treffen Realität und Virtualität aufeinander, beeinflussen und verschränken sich und befeuern unsere visuelle Vorstellungskraft.

Biografie Nicole Seiler

Nicole Seiler wurde 1970 in Zürich geboren. Seit über 20 Jahren lebt und arbeitet sie in Lausanne. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Scuola Dimitri in Verscio (CH), an der Vlaamse Dansacademie in Brügge (B) und an der Rudra-Béjart Schule in Lausanne (CH). Sie arbeitete als Performerin in verschiedenen Projekten mit u.a. mit Cie Buissonnière, Teatro Malandro, Alias Compagnie, Cie Philippe Saire und Massimo Furlan. 2002 gründete sie ihre eigene Compagnie. Ihre künstlerische Arbeit zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Tanz und Video aus. So entstanden Installationen, Tanzvideos und multimediale Bühnenstücke. In den letzten Jahren hat Nicole Seiler eine Reihe von Performances kreiert, die die Beziehung zwischen Bild und Sound thematisieren. Ihre Stücke touren international und 2009 durfte sie den Preis für Tanz de Fondation Vaudoise pour la Culture entgegennehmen.

Casts & Credits
Choreographie: Nicole Seiler, Interpretation, Choreographie: Claire Dessimoz, Dominique Godderis-Chouzenoux, Krassen Krastev, Mike Winter, Lichtdesign, Video: Stéphane Gattoni, Musik: Stéphane Vecchione; Kostüme: Claude Rueger, Szenografie, Video: Vincent Deblue, Dramaturgische Zusammenarbeit: Laurent Guido, Fabrice Gorgerat, Mithilfe Kreation: Josseline Black, Aurélien Chouzenoux, Administration: Cristina Martinoni, Touring: mm – Michaël Monney. Eine Produktion der Cie Nicole Seiler, koproduziert durch das tanzhaus nrw Düsseldorf, Théâtre Arsenic Lausanne und Südpol Luzern. Gefördert durch die Stadt Lausanne, État de Vaud, Pro Helvetia, Lotterie Romande und Ernst Göhner Stiftung.