Wer nach reichlich Restaurantbesuchen im gehobenen Bereich glaubt, die französische Küche bestehe aus den leeren Tellern der Haut Cuisine, an deren Rändern sich unter bunten Saucenkringeln etwas Lauch und Kleinstessensreste verstecken, hat den Schmortopf (franz. Cocotte) von Teenage Bad Girl noch nicht probiert. Kein kulinarischer Minimalismus mit abgespreiztem Finger wird hier zusammengeköchelt, sondern ein furioser Mischmasch, der über die letzten Jahre bereits mit Mr. Oizo, Jackson & His Computer Band, Para One und Justice verstärkt auf Club-Speisekarten zu finden war. Anstelle filigraner Froschschenkel und kitschiger Beilagen-Garnitur gibt es deftige Braten und geraspeltes Allerlei. Hierzu trinkt man keinen Rotwein, sondern schüttet sich einen Kurzen runter. Auch Guillaume Manbell und Greg Kazubski zerschneiden auf ihrem Debutalbum «Cocotte» den unlängst von Indietronic versauerten Electro in kantige Stücke, bestreuen ihn mit den Kräutern vergangener Techno-Samen und legen das ganze in einer dicken Brühe aus Cut-Up-Exzessen und Break-Verzerrungen ein. Einmal ordentlich umgerührt und schon sind die beiden Pariser dort angekommen, wo Daft Punk aufgehört hatten, spannende Musik zu machen.