Vielleicht ist Bewundern ein bisschen wie verliebt sein. Wir sind fasziniert von einem Vorbild, himmeln es gar an. Wir wollen auch so sein. Gesten und Auftreten unseres Vorbilds werden nachgeahmt. Besonders als Heranwachsende erscheinen uns solche Vorbilder als aufregend.

«Mimesia» ist ein Abend über Bewunderung. Miriam Coretta Schulte zeigt uns gemeinsam mit dem Performer Oliver Roth, welche Vorbilder sie bewundert haben. Miriam fand Esmeralda toll und war später fasziniert vom Auftreten Rickard Engorfs im Musikvideo «Pass this on» von The Knife. Manchmal werden gar Kinder nach Vorbildern benannt. Miriam hat ihren zweiten Namen, Coretta, als Verweis auf die Bürgerrechtlerin Coretta Scott King erhalten. Als Sechsjährige erschienen ihr allerdings andere Namen als klangvoller. Was bleibt uns von einstigen Vorbildern? Laut «Mimesia» ist es die solidarische Praxis des Bewunderns. Vorbilder ändern sich, aber manchmal entflammen Wirken und Auftreten einer Person in uns Bewunderung. Ein Abend für alle, die Vorbilder haben oder welche suchen.

Miriam Coretta Schulte ist Künstlerin, Theatermacherin, Performerin und Dramaturgin. Sie lebt und arbeitet in Basel. Ihre Arbeiten fokussieren oft Potenzial und Ohnmacht von Körpern. Auf ihr Solo «Hack-No-Tech» folgte das Projekt «A night called Layla», mit dem sie international auf Tournee war. «Mimesia» entstand aus einer Residenz in Kairo zum Thema feministische Praktiken. In der Zwischenzeit wuchs die Produktion zu einer choreografischen Lecture Performance. Nachdem Miriam und ihr Team Anfang des Jahres in der Dampfzentrale Bern residierten und an einem Sharing Ausschnitte von «Mimesia» präsentierten, zeigen sie nun die daraus entstandene Produktion.

Fotocredits: Svenja Schulte