Der 68-jährige ukrainische Komponist und Pianist ist ein Fall für sich. Lange stand er im Schatten von Minimal Music-Pionieren wie Steve Reich und Philip Glass, bis ihn die Musikpresse vor wenigen Jahren endlich entdeckte und als Genie pries. Seine von ihm entwickelte continuous music ist eine ganz eigene Sprache der Klaviermusik, die der Minimal Music zwar verwandt ist, von Melnyk selber aber klar als Maximalist Music bezeichnet wird. Seine extrem schnelle und stete Spielart hat ihm den Ruf eingebracht, der schnellste Pianist der Welt zu sein (er spielt bis zu 19 Noten pro Sekunde). Mit seinen schwindelerregenden Kompositionen erforscht er unbekannte musikalische Horizonte, die einerseits eigenwillig und innovativ sind, andererseits auch stark in der Romantik wurzeln.

Für diesen Auftritt trifft Lubomyr Melnyk auf die in Bern lebende neuseeländische Tänzerin und Choreografin Emma Murray. Sie lotet in ihren eigenen Arbeiten die Schnittstelle zwischen Performerin und Publikum immer wie- der aufs Neue aus. In dieser Begegnung wird sich Murray mit anderen Methoden – tanzend, schreibend – der Idee des Kontinuums als Bewusstseinsstrom nähern. Lubomyr Melnyk und Emma Murray gestalten einen Teil des Abends gemeinsam. Ihre unterschiedlichen und eigenwilligen Künstlerhandschriften finden exklusiv und zum ersten Mal in der Dampfzentrale zueinander.

–> Jeweils eine Stunde vor und eine Stunde nach der Veranstaltung ist die neue Installation von unserem Associated Artist Zimoun geöffnet.