| 15:00 | Claude Bühler |
| 16:00 | Bint Mbareh |
| 17:00 | Jessica Jurassica |
| 18:00 | Laure Betris |
Bint Mbareh ist Klangforscherin und Künstlerin, deren Arbeit sich mit der Schnittstelle zwischen Wasser, Klang und Gemeinschaft in Palästina befasst. Ihre Forschung untersucht die physikalischen Parallelen zwischen Wasserwellen und Schallwellen – diese Arbeit thematisiert häufig Grenzen: Sie trennen Zeiträume (Zukunft, Vergangenheit, Gegenwart), sie trennen Körper und sie trennen vermeintliche Nationalstaaten. Bint Mbareh verbrachte die letzten Wochen in Bern im Rahmen der Beirut and Beyond Residenz im PROZESS Bern. Am lazy club wird Bint Mbareh ihre Arbeit in ein einstündiges DJ-Set einfliessen lassen.
Jessica Jurassica ist Musikerin, Künstlerin, Autorin und Bloggerin. 2020 gelangte ihre erotische Fan-Fiction Die verbotenste Frucht im Bundeshaus über einen fiktiven Bundesrat in nahezu alle Schweizer Medien und wurde von der Bundeskanzlei abgemahnt. Ihr Debütroman Das Ideal des Kaputten erschien 2021 und erhielt mehrere Preise. Mit dem Euro-Dance-Duo CAPSLOCK SUPERSTAR hat sie zwei Alben veröffentlicht, unter dem Titel Jessica Jurassicas Lifestyle Blog schreibt sie über Popkultur und gesellschaftspolitische Themen. Diesen Herbst erschien Jessica Jurassicas zweiter Roman Gaslicht, worin eine Gewalterfahrung die Protagonistin zu einer Art Seismograph gemacht hat: Das Geschehene hallt in ihr nach und will aufgezeichnet werden. Und je lauter die Gegenwart, desto lauter auch ihre Vergangenheit, stellt sie fest, als sie in den ersten großen Schweizer #MeToo-Skandal verwickelt wird. Um der Natur des Traumas auf den Grund zu kommen, schält Jessica Jurassica Zeitschichten und seziert patriarchale Erzählungen.
Claude Bühler beschäftigt sich hauptsächlich mit Fotografie und Klang. Ihre Arbeit untersucht Vorstellungen von Kollektivität und Intimität, indem sie weiche Räume schafft und performative Momente provoziert, die kleine Akte der Befreiung ermöglichen. In ihrer bild- und klangbasierten Praxis sind eine Affinität zur Technologie, die Bereitschaft, Grenzen innerhalb von Gesprächen zu setzen, und das Interesse am Wechsel zwischen dem Sichtbaren und dem Traumhaften wichtige Orientierungspunkte.
Claude ist Gründerin von salon vert, einem Künstler*innenkollektiv und Labor für Klangforschung sowie einem Raum für interdisziplinären Dialog, sowie co-verantworltich für das Rathaus für Kultur in Lichtensteig – einem Veranstaltungsort und Zentrum für kulturelles Schaffen.
Am lazy club zeigt Claude Referenzpunkte, die ihr künstlerisch-musikalisches Schaffen prägen.
Laure Betris ist eine schweizerisch-irakische Musikerin, Komponistin und Performerin. Als Teenager entdeckte sie Ende der 90er Jahre die Bühne in der weiblichen Grunge-Band Skirt. Sie trat lange unter dem Namen Kassette auf und hat so vier Alben aufgenommen. Laure Betris veröffentlichte im November 2023 ihr erstes Album unter ihrem eigenen Namen bei Humus Records. Es handelt sich um ein sehr persönliches Projekt, bei dem sie auf Chaldäisch (eine Form des Aramäischen, der Sprache ihres Vaters aus dem Irak) und Französisch singt.
Am lazy club spielt Laure ein Set über Trauer, Trauerarbeit und Tod – im weitesten Sinne. Mit Weichheit (in großzügiger Dosierung), Texturen, Leichtigkeit und Tiefe.