Es sind die Techniker*innen, die Abend für Abend im Theater eine neue Welt für uns aufbauen. Sie hängen auf, leuchten ein, schrauben und hämmern. Und wenn das Publikum nach Hause fährt und die Schauspieler*innen längst abgeschminkt in der Kneipe sitzen, bauen sie das Ganze wieder ab und machen alles bereit für die nächste Station auf der Tour. Nicht von ungefähr hat die spanische Gruppe La tristura gerade in der Pandemie eine Produktion ganz den Menschen hinter der Bühne gewidmet, denn auch sie waren vom Kultur-Lockdown stark betroffen, aber in Diskussionen weit weniger präsent als das künstlerische Personal. Eingebettet in schlaglichtartige grosse Momente der Bühnenkunst, kreuzen sich in «Renacimiento» die alltäglichen Geschichten der Bühnenarbeiter*innen über Unsicherheiten, Kommunikation und Macht mit der Entwicklung der letzten 50 Jahre der jungen Demokratie in Spanien. Hier wie da ist viel Idealismus im Spiel. Und immer wieder taucht die Frage auf, wo das Individuum steht, wenn’s um die Prinzipien einer Gruppe geht.

Das Kollektiv La tristura arbeitet seit über zehn Jahren an einer eigensinnigen Ästhetik zwischen Theater-Poesie und dokumentarischem Text. «Renacimiento« hatte im Herbst 2020 zwischen zwei Lockdowns Premiere. Das geplante Gastspiel mussten wir 2021 aufgrund der unsicheren Lage leider absagen. Umso freudiger holen wir es dieses Jahr nach.

Kreation: La tristura
Mit: Roberto Baldinelli, Belén Martí, Alván Prado, Mundo Prieto, Emilio Rivas, Marcos Úbeda, sowie lokalen Performer*innen und Tänzerinnen aus Bern
Choreografie: Mucha Muchacha
Stimme: Vera Cort
Produktionsleitung: Alicia Calôt
Produktionsassistenz: Mamen Adeva, Iván Mozetich
Technische Leitung: Cristina Bolívar
Assistenz Technik: Roberto Baldinelli
Lichtdesign: Carlos Marquerie
Bühne, Kostüme: Cecilia Molano
Sounddesign: Adolfo García
Vertrieb, Kommunikation: Art Republic

Produktion: Teatros del Canal, Théâtre de Liège, Noorderzon/Grand Theatre Groningen, Ayuntamiento de Madrid und La tristura