«ganz im hintergrund, in der landschaft» Uraufführung

Die Bieler Choreografin und Tänzerin Katharina Vogel sucht Wege, Tanz als Prozess zu formen und zu vermitteln. Ihr Werk umfasst 12 Tanzprojekte welche in Europa, Nordamerika und Südafrika zur Aufführung kamen, mit den meisten war sie ­auch in der Dampfzentrale zu Gast. Nach «Black Song» und «ohr», zwei Solos mit Live-Musik, zeigt sie nun ihre neue Kreation, eine Kollaboration mit dem Musiker-Komponisten Jonas Kocher und der jungen Schriftstellerin Regina Dürig.

In «ganz im hintergrund, in der landschaft» hält Katharina Vogel dem Rausch der Beschleunigung die Verlangsamung entgegen. Der Körper mäandert durch «seine» Landschaft, ohne sie je zu besitzen. Gezielte Eingriffe unterstützen, begleiten, präzisieren, kontrastieren die unscheinbare Wirklichkeit, das unaufdringliche Mäandern, die schwebende Präsenz des lebendigen Körpers. Die Instabilität erhöht das Anwesend-Sein, Musiker und Tänzerin sind präsent in der Wahrnehmung der Gestaltung-im-Moment. Bewegung und Klang werden radikal redu­ziert, auf die Feinheit minimaler emotionaler Regung, auf Atem, Vibration. Im fein strukturierten Wechsel von Bewegung, Klang, Sprache entsteht eine intime Poesie. In der Reduktion und in der Langsamkeit öffnen sich die Sinne weit in Zeit und Raum hinein.

 

«AUSRASTEN» Work-in-Progress, 20 Min.

In ihrer ersten gemeinsamen Produktion «AUSRASTEN» beschäftigen sich Eva Burghardt und Francesca Honegger mit Momenten des Ausser-sich-Geratens und untersuchen Zustände, in denen das Affektive stärker als das Rationale ist. Was bedeutet es, körperlich auszubrechen, sich zu verlieren? Was passiert mit dem Körper, wenn die Emotion so stark wird, dass wir nicht mehr anders können als uns zu bewegen? Und umgekehrt- welchen Einfluss hat ein physischer Extremzustand auf unsere Emotionen? Gespielt wird mit einem klaren choreografischen Rahmen, aus dem es auszubrechen gilt. Dabei stellen sich die beiden Tänzerinnen dem Paradox des kontrollierten Kontrollverlustes, der unkontrollierten Beherrschung.

«Gesprächsstoff» Kurzstück, 15 Min.

Die junge Luzerner Choreografin und Tänze­rin Flurina Röthlin, Gast des Heimspiel­satelliten, untersucht in ihrem 15-minütigen Tanzstück das Gespräch als Kommunikations­form. Ein Gespräch dient dazu, Gedanken auszutauschen, Gefühle und Erwartungen mitzuteilen und Informationen weiter zu geben, wobei die Mimik, die Gestik und die Körperhaltung eine vermittelnde Rolle übernehmen. Kommunikation ist alltäglich und selbstverständlich, so dass sie nicht weiter problematisch scheint. Trotzdem gibt es Situationen, in denen wir uns nicht verstanden fühlen oder uns schwer tun, unsere Bedürfnisse mittels Worte auszudrücken. So erforscht die Tänzerin auf der Bühne durch die Bewegung verschiedene Ausdrucksmittel.

 

 

«ganz im hintergrund, in der landschaft»: Konzept, Produktion, Tanz: Katharina Vogel. Komposition, Sine-Waves, Akkordeon: Jonas Kocher. Text: Regina Dürig. Licht: Pablo Weber. Supervision: Monica Klingler. Choreografische Assistenz: Dafni Stefanou. Mit der freundlichen Unterstützung von: SWISSLOS/Kultur Kanton Bern, Kultur Stadt Bern, Stadt Biel–Ville de Bienne, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Burgergemeinde Bern, SSA–Schweize­rische Autorengesellschaft, SIS–Schweizerische Interpretenstiftung.

 

«Gesprächsstoff»: Konzept, Choreografie, Tanz: Flurina Röthlin.

 

«AUSRASTEN»: Choreografie, Tanz: Eva Burghardt, Francesca Honegger. Licht: Lukas Sander. Kostüm: Lisa Überbacher. Dramatur­gische Begleitung: Sara Ostertag. Mit freundlicher Unterstützung von: Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich 5MIN. 20MAX.