Pieter und Jakob Ampe sind Brüder, wurden in Burundi geboren und haben beide gute wie schlechte Erinnerungen an ihre Jugend. Pieter ist Tänzer und Performer, Jakob Musiker und Sprachtherapeut, und so steht auch das Verhältnis von Stimme und Be­wegung im Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Performance, welche im Austausch mit Alain Platel entstand.

 

Gegensätze kommen in den besten Familien vor. Auch bei den Ampes: Die äusserlich so ähnlichen Brüder beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit dem jeweils anderen, mit seinen Fähigkeiten, seinen Grenzen, seiner Welt: Singend, sitzend und schreiend probiert der Sänger seinen Körper aus, der Tänzer entdeckt seine Stimme. Während sie ihre Körper immer wieder neu positionieren, nehmen die beiden Performer das Publikum mit Humor, Präzision und Subtilität mit in ihre Geschichte aus Erinnerung und Freundschaft.

 

Wer kann es schneller, besser, höher, lauter? Sie schreien, brüllen, rennen, verstecken sich in Kisten, bauen Türme und singen alte Lieder. Ganz häuslich in bequemen Alltagsklamotten und Wollsocken gekleidet, brauchen sie für ihre Performance nur sich, ihre Stimmen, ihre Körper, und ein paar einfache Requisiten. Neben chaotisch-anarchischen Elementen und Szenen von grosser Komik gibt es auch immer wieder berührende Momente. Es entsteht ein stimmakrobatisches Performance-Duell zwischen zwei ungleichen Brüdern, getragen von ihrer gemeinsamen Liebe zu anarchischem Humor.

 

Publikumsgespräch in englischer Sprache: Sa, 10. November im Anschluss an die Vorstellung. Moderation: Sarah Uwer

 

Konzept, Performance: Jakob Ampe, Pieter Ampe. Mentor: Alain Platel. Bühnenbild:  Jelle Clarisse. Technik: Piet Depoortere. Kostüme: An Breugelmans. Bart-Kreation: Dian Vandecruys. Produktion: CAMPO Gent. Koproduktion: STUK, Leuven, CONNECT CONNECT. Internationales Mentor-Programm des Festivals Spielart München in Zusammenarbeit mit CAMPO Gent, Republique Kopenhagen, Forum Freies Theater Düsseldorf, Mercat de les Flors Barcelona, Tanzquartier Wien, Baltic Circle Helsinki, Theater im Pumpenhaus Münster und Münchner Kammerspiele. Projektunterstützung: Europäische Kommission.