«Zuerst habe ich dem keine Bedeutung beigemessen, doch im Laufe der Zeit erwies sich genau dieses Ereignis als überaus wichtig, nahm Einfluss und prägte das Ganze massgebend.» So in der Art haben sich wohl alle schon geäussert. Denn im Zuge der Entwicklung geht noch manch‘ anfängliche Anekdote als bedeutsam für den Verlauf der Geschichte hervor. «Rei Aliena», so der Titel des neuen Stücks der Tanzcompagnie inFlux, das in der Dampfzentrale enstanden ist, widmet sich dem alltäglichen Zusammenspiel von Geschehnissen. Basierend auf der Klavierkomposition «The Old Photo Box» von Lior Navok aus Israel und in Bern von der Amerikanerin Sarah Bob live gespielt, entwickelte Lucía Baumgartner eine choreografische Abfolge von Bildern und Episoden. Wie Fotografien halten sie jeweils einen Augenblick fest. Der Augenblick steht am Anfang einer Episode, verändert sich durch äussere Impulse, wird zu einem neuen Moment, der wiederum festgehalten und somit zur neuen Ausgangslage wird. Die Fotografie, auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann, nimmt Lucía Baumgartner in «Rei Aliena» auf. Verflechtungen, Überlagerungen, Alltägliches, Neues und Urbanes werden im Stück leicht, poetisch und in ihrer Skurrilität gezeigt. Und die nebensächliche Episode wird dabei «merk-würdig» und bedeutsam.