Heimspiu ist ein Projekt von Das Tanzfest Bern, BETA und Dampfzentrale Bern, in dem gemeinsam Arbeiten von Berner Tanzschaffenden kuratiert werden. 2020 findet es bereits zum zweiten Mal statt.

«drzwüsche» beschäftigt sich mit dem Thema der Dualität einer Identität. Wir gehen der Frage nach: Was bedeutet es für einen Menschen, zwei Kulturen in sich zu tragen? Das Stück ist eine Aufarbeitung von Erfahrungen und ein Austausch von Erlebnissen welche zum Ausdruck gebracht werden.

Es ist eine Hommage an alle die sich «drzwüsche» fühlen, für die Menschen mit Migrationshintergrund, welche lernen zwischen der Kultur ihrer Eltern und der schweizerischen Kultur zu balancieren, für die, deren Eltern aus zwei verschiedenen Ländern stammen und sich in beiden Ländern zu Hause oder/und fremd fühlen. Wir sind alle in einer Form dazwischen, denn keine Identität ist statisch. Das Gefühl überall und nirgends ganz dazuzugehören kennen die meisten.

Anna Chiedza Spörri

Anna ist seit über zehn Jahren aktiv in der Berner Tanzszene. Angefangen hat sie mit Hip-Hop, House und Ragga und entwickelte diese Stile alle ausgiebig weiter.

Sie ist Günderin der Frauentanzgruppe «Urban Rebels», von «Unusual», einer Fördertanzgruppe für junge Frauen, von «Rebels Collective» und Mitgründerin des urbanen Tanzevent «Limelight», welches jungen Choreograf*innen in der Schweiz eine Plattform bietet. 2017 und 2018 wurde sie eingeladen, in Los Angeles das intensive Trainingsprogramm der renommierten Choreografin Rhapsody James zu absolvieren. Anfang 2019 choreografierte sie zwei abendfüllende Stücke, welche in Bern am Bestival und im Tojo Theater aufgeführt wurden.

Anna ist in der Schweiz aufgewachsen, hat drei Jahre in Tanzania gelebt und verschiedene Länder Afrikas bereist und fühlt sich an mehreren Orten zu Hause aber doch fremd.

 

Muhammed Kaltuk

Seit seinem 15 Lebensjahr tanzt Muhammed leidenschaftlich Hip-Hop und Streetdance. Er ist Gründer der Tanzgruppe «Special Elements», welche auch eine eigene Tanzschule betreibt, in der Muhammed regelmässig unterrichtet.

2015 absolvierte er die Höhere Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich. Während der Ausbildung vertiefte er sich stark in den zeitgenössischen Tanz und verbindet seitdem seinen eigenen Stil mit dem zeitgenössischen. Heute ist Muhammed Kaltuk schweizweit und international als Choreograf und Regisseur für Bühnenstücke und Videos tätig.

Muhammmed hat türkische Eltern, ist aber in der Schweiz aufgewachsen. Auch er findet es oft einen Balanceakt, sich zwischen den zwei Kuturen zu bewegen. Als Tänzer und Choreograf in der Schweiz gefeiert, wird er in seiner Familie nicht ganz verstanden.

Choreografie: Anna Chiedza Spörri und Muhammed Kaltuk
Tanz: Brian Witsch, Malin Schuler, Nina Ritter, Sophie Gerber, Davide Pillera, Giulia Esposito, Lorena Phan