Diese Vorstellung wurde abgesagt. Bis und mit 30. April lässt die Dampfzentrale den Vorhang fallen. Weitere Informationen hier. Bereits erworbene Tickets werden via Starticket zurückerstattet.

Alexander Hacke und Danielle de Picciotto sind nicht zum ersten Mal in der Dampfzentrale zu Gast und immer wieder gern gesehen. Hacke ist seit 1980 Mitglied der Einstürzenden Neubauten und komponiert Filmsoundtracks. Die gebürtige US-Amerikanerin Danielle de Picciotto gründete 1989 zusammen mit Dr. Motte die Love Parade und ist als Musikerin seit jeher eine zentrale Figur der alternativen Berliner Musikszene. Das seit zehn Jahren nomadisch lebende Ehepaar veröffentlicht nun mit «The Current» ihr bisher härtestes Album. Die teils meditativen, fliessenden Klänge ihrer bisherigen Werke sind einer rockenden Dringlichkeit gewichen, ohne dass sich die zentralen Elemente ihrer Musik stark verändert hätten: Drehleier- und Geigenklänge, de Picciottos Sprechgesang, melancholische Desert Rock-Stimmungen, epische Gitarren-Flächen, ausufernde perkussive Passagen… alles ist da, aber mit mehr Druck und Brisanz als bisher.

Endlich gelingt es, den kanadischen Musiker Ian William Craig nach Bern zu bringen. Der klassisch ausgebildete Sänger war einer der ersten Namen, der dem unsäglichen Stilbegriff Neoklassik zugewiesen wurde. Im Gegensatz zu den wichtigsten Vertretern dieser Strömung wie Nils Frahm, Hauschka, Ólafur Arnalds, Max Richter oder Johán Johánsson, geht Craig sehr experimentell ans Werk, benutzt Musikkassetten und Spulenbänder statt Computer, was seiner Musik eine komplett andere Ästhetik verpasst als die der oft weichgespülten Produktionen seiner Kolleg*innen. Craigs Stimme ist stets die Grundlage seiner Stücke, manchmal als kristallklarer, fast schon opernhafter Gesang, meist aber als kaum mehr zu erkennende Klangbasis für seine Stücke. Sein Live-Setup besteht aus Bandmaschine, Kassettendecks und Gesangsmikrofon. Cinematic Drone nennen Hackedepicciotto ihre Musik und genau so passend ist dieser Begriff für Craigs traumhafte Mischung aus organischer Drone Music, ambientem Shoegaze und experimentellem Dream Pop.

Foto: ZvG