Mit Problemen ist immer zu rechnen – auf dem Dancefloor insbesondere dann, wenn die Musik leicht quer im Raum steht. Lösungsansatz: offene Ohren, Freiheit dem Tanzbein.

 

Dafür steht Silvia Kastel als Paradebeispiel: Vor ihrem Debütalbum «Air Lows» auf Blackest Ever Black hat sie sich bereits einen höllischen Ruf im Experimentierfeld von Club- und Avantgardemusik verdient. Dass von hier aus der Sprung zu Bass Music, industriellen Techno-Konstrukten, Dub und Breakbeat in allen Tempovarianten nicht allzu gross sein muss, zeigt Silvia Kastel mit Leichtigkeit in ihren Sets. Kein Wunder also, wird sie zur Version Nacht in Berlin eingeladen, eine Untergrundinstitution unter den Klubnächten dieser Welt. Und kein Wunder, spielt sie auf der von DJ Stingray kuratierten Stage am Dimensions Festival.

 

Noria Lilt hat vor einer Weile den Spagat aus der Romandie nach Bern gemacht. Bis vor Kurzem noch als La Bohème unterwegs, spielt die Freiburgerin in einem ähnlichen Spannungsfeld wie Kastel: Als DJ tastet sie das Kräfteverhältnis zwischen ungeraden Drumpatterns und Four-To-The-Floor-Techno ab, was unweigerlich zu unverschämt dynamischen Stunden auf dem Dancefloor führt.

 

LCP wiederum – wer kennt ihn nicht? Die Hälfte aller Plattenlabels dieser Stadt hat er geboren und der Output seiner eigenen Musik auf Platte ist momentan ähnlich hoch. Seine Referenz ist klar: Was Grossbritannien an elektronischer Musik rausgibt, landet früher oder später zur Qualitätskontrolle auf seinen Plattenspielern. Und was gut genug ist, schafft’s dann auch in seinen Plattenkoffer.