19:30 Doors / Graue Kreide (DJ-Set)
20:00 Elischa Heller
21:15 M Lamar
22:30 Doris Uhlich
00:00 Grove
01:00 Graue Kreide (DJ-Set, bis ca. 03:00)

Iceboy Violet musste kurzfristig absagen – stattdessen wird Grove auftreten!

Extending, expanding, experiencing and experimenting within pop. Das neue transdisziplinäre Festival der Dampfzentrale Bern vereint an zwei Abenden mehrere Projekte, die Einteilungen in Sparten und Genres überwinden. EXPOP zeigt Künstler*innen, deren Schaffen zwischen Radikalität und Pop oszilliert und mit unkonventionellen Formen des Ausdrucks unbetretene Räume erschafft. EXPOP weitet die Sphären dessen, was als Pop gilt, aus.

Grove

© Khali Ackford - GROVE HR 168 Beitragsbild

Queer as fok

Grove sind ein*e in Bristol ansässige*r Produzentin und DJ mit einem sich ständig wandelnden Sound, welcher Elemente aus Punk, Dancehall, Jungle, Bass und Pop miteinander verbindet. Groves energiegeballte Tracks entspringen den “weiblichen” und “männlichen” Energien, die in ihnen wohnen, und filtern sie durch eine sinnliche und Rave-zentrierte Linse, wobei die Texte von politischen Ängsten und queerer Euphorie inspiriert sind. Die EPs «Queer + Black» und «Spice» erhielten euphorische Kritiken in den einschlägigen Magazinen wie CRACK und Resident Advisor. Grove sind in Kürze als Support mit Metronomy auf Tour.

M Lamar

(Hi Res) M. Lamar Photo my Wil Adamy

«A goth male soprano who plumbs the darkness» (New York Times)

M Lamar ist ein US-Amerikanischer Komponist, Performer, Schriftsteller und Musiker. Nicht nur seinem Kontertenor-Gesang und seinem eindringlichen Klavierspiel wegen ist es wenig erstaunlich, dass Diamanda Galas als eines seiner grossen Vorbilder dient, auch die Intensität seiner Performance ähnelt derjenigen der griechisch-amerikanischen Avantgarde-Künstlerin.

Reginald Lamar Cox sang bereits als Kind in einem Kirchenchor, studierte später Malerei und bildende Kunst. Nach seinem Umzug von San Francisco nach New York begann er Gesangsstunden bei einer Sopranistin zu belegen. Lamar bezeichnet seine Songs als Funeral Doom Spirituals, verbindet seine Gesang-und-Piano-Konzerte oft mit Visuals und Performances. Wenn er sich auch auf das Konzept des Afrofuturismus und die musikalische Annäherung daran von Sun Ra bezieht, denkt man bei M Lamars Auftritten eher an eine vielfach intensivierte Version der Sängerin und Musikerin Anohni (formerly known as Antony).

Elischa Heller

Soundscapes, smoke and ice bears 

Elischa Heller ist nicht mehr nur Sänger von Film 2, einer der vielversprechendsten Schweizer Bands der letzten Jahre, er geht neu auch auf Solopfaden ganz eigene Wege. Seine Auftritte sind Konzert und musikalische Performance in gleichem Masse. Das Artnoir-Magazin schrieb: «Elischa Heller ist als Figur mit seiner Musik verletzlich und introvertiert, zur gleichen Zeit Dirigent der Eruptionen und harschen Veränderungen. Drones und Rauschen, (…) Glitches, Leerstellen und Noise. Alles ist zu erwarten, nichts wirkt wie zuvor». Und wenn dann noch unvermittelt der Hyperpop einsetzt, ist die Entrückung maximal. Heller setzt den rituellen Startpunkt für die erste Ausgabe von EXPOP, auf dass die Magie seiner musikalischen Zwischenwelt auf das neue Kind der Dampfzentrale einwirken und es in voller Pracht erstrahlen lassen werde.

Elischa Heller_by Mindaugas Matulis

«TANK» by Doris Uhlich

In «TANK», einer Zusammenarbeit mit dem Künstler Boris Kopeinig, geht die österreichische Choreografin Doris Uhlich der Frage nach, wie neue Technologien unsere Körperwahrnehmung und das Denken über Körper beeinflussen. Im Zentrum des Stücks steht ein vom Berliner Kollektiv Proper Space gebauter Tank. In diesem Tank wird der Körper als Experimentierfeld und als Gegenstand des Umbaus gezeigt. Bekannt ist das Motiv des Tanks aus der Science-Fiction, beispielsweise von den Test Tube Girls der 1950 Jahre oder Filmen wie «Alien: Resurrection». Dort taucht er immer wieder als szenisches Arrangement der Körpermodifikation auf und steht in der Regel für die Isolation von unbekannten und gefährlichen Lebensformen. In Doris Uhlichs Performance avanciert der Tank zu einem Ort des Studiums und der Erprobung von Körpertransformationen.

Doris Uhlich (*1977 in Oberösterreich) ist Choreografin und entwickelt seit 2006 ihre eigenen Projekte. Ihre Performances setzen sich häufig mit Schönheitsidealen und Körpernormen auseinander. Seit ihrem Stück «more than naked» (2013) beschäftigt sich Doris Uhlich in ihren Arbeiten zudem mit der Darstellung von Nacktheit jenseits von Ideologie und Provokation. Dabei nimmt Musik – besonders elektronische Tanzmusik von New Wave bis Techno – eine wichtige Rolle ein.

Tank ©Axel Lambrette (2)

Graue Kreide (DJ Set)

Graue Kreide untersucht Klubkultur und ihre Manifestationen auf dem Dancefloor aus künstlerischer und soziokultureller Perspektive. Eine Selektion, die die gefestigten Formen des Zuhörens und der Interaktion herausfordert, funktioniert als Trägerin und Übermittlerin von Attitüden und Werten. Recherchieren, sammeln, kontextualisieren und zitieren – von Anderen gemachter Sound als künstlerische Ausdrucksform. Dem Ungehörten Stimme geben. Emotion und Stimmung als Bindeglied und Faden zum Verweben eines musikalischen Narrativs aus dem unerschöpflichen Feld elektronischer Tanzmusik. Tunen der Atmopshäre. Seelenmodulation.

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Photo Credits: Khali Ackford (Grove), Wil Adamy (M Lamar), Mindaugas Matulis (Elischa Heller), Katja Ilner & Axel Lambrette («TANK» by Doris Uhlich)