Feurig und leidenschaftlich gratuliert das ensemble proton bern 2019 drei Jubilaren: Spahlinger feiert seinen 75. Geburtstag und die beiden Schweizer Holliger und Schneider je ihren 80.

Der Musiker Heinz Holliger kommt in diesem Programm vielmehr als Interpret, denn als Komponist, vor. Zumal er die fünf radikal reduzierten Klavierstücke Schönbergs, welche er «wie in einem schöpferischen Rausch an einem einzigen Tag» geschrieben hat, für Kammerensemble bearbeitet.

Weiter wird uns Urs Peter Schneider zu seinem runden Geburtstag mit einer kompositorischen Überraschung beglücken. Wir sind gespannt wie gehaltvoll und furios es wird.

«Eine Furie des Verschwindens» wird das Werk von Spahlinger in einem Artikel genannt. Es entstand 1991/92 im Auftrag des WDR Köln und wurde von Spahlinger als eine Art «Selbsttherapie» betitelt. Er manövrierte sich nämlich absichtlich in eine Zwangssituation, in der er sein eigenes Komponieren nicht verstand und wollte damit er dem Prozess der «Institutionalisierung» seines Schaffens entgegenwiken. Das Resultat: feurig, und leidenschaftlich! Referent Thomas Meyer wird das Werk mit einer «Klingenden Analyse» einführen.

Programm

Schönberg, Arnold (1874 – 1951)
Sechs kleine Klavierstücke op. 19 (1911)
bearbeitet für Kammerensemble von Heinz Holliger (2006)

Schneider, Urs Peter (*1939)
Neues Werk (2019) UA, com

Thomas Meyer
Klingende Analyse zum Werk «furioso» von Mathias Spahlinger

Spahlinger, Mathias (*1944)
furioso (1991/92)
für Ensemble

Credits

Dirigent: Matthias Kuhn. Referent: Thomas Meyer. Flöte: Bettina Berger. Oboe: Martin Bliggenstorfer. Klarinette: Nils Kohler, Richard Haynes. Fagott: Elise Jacoberger. Horn: Deepa Goonetilleke. Trompete: Friederike Huy. Posaune: Jon Roskilly. Perkussion: Jens Ruland. Harfe: Vera Schnider. Klavier: Samuel Fried, Yuka Munehisa. Violine: Daniella Strasfogel. Viola: Corey Worley. Violoncello: Jan-Filip Ťupa. Kontrabass: Szymon Marciniak.

Fotocredit: Oliver Oettli.