Electronic Circuit schliesst massgebende Vertreter der elektronischen Club-Musik und der Verästelungen von Electronica kurz. Was bereits ein solider Bestandteil in Clubs wie dem Berliner Berghain ist, findet nun auch in Bern seinen festen Platz. Ein Versprechen.

Andy Stott kommt nie zur Ruhe. Immer neue musikalische Richtungen hat der Brite eingeschlagen – von tiefstem Techno über gebrochenen Garage und ruhigen House bis zu hyperaktivem Footwork. 2011 veröffentlichte er die Mini-Alben «Passed Me By» und «We Stay Together», auf denen er seinen Stil aus Komplexität und seltsamer Schönheit endgültig verfeinerte. Mehr Bass, weniger Tempo und atmosphärische Sounds verliehen den Alben Tiefe und Textur.

Mit «Luxury Problems» im Jahr 2012 schuf er einen persönlichen Meilenstein. Darauf arbeitete er mit der Sängerin und Klavierlehrerin aus alten Schultagen, Alison Skidmore, zusammen. Spielerisch integrierte Stott ihre Vocals als Instrument: Mal schwebt die Stimme atmosphärisch über den Beats, mal wird sie geloopt und dient als Hi-Hat. Es entstand ein zugängliches und gleichzeitig komplexes Album. Dieses stiess auf offene Ohren: Es folgten Berichte in der Vogue und der New York Times und Einladungen von Unsound, Mutek und Pitchfork MOMA. Andy Stott verzaubert ein immer grösser werdendes Publikum. In der Dampfzentrale ist er mit einem Live-Set zu Gast.

Sie macht vielleicht keine Platten mehr mit ex-Partner Dean Blunt. Aber das bedeutet nicht, dass Inga Copeland einfach im Nirgendwo verschwindet. Letztes Jahr brachte sie das Mixtape «Higher Powers» raus – eine kleine Perle. Auf dem Song «Fit» wirft sie wortlose Gesänge über einen Dub-Beat mit Bass- und Echo-Rhythmen. Genau das, was die Community als Weiterentwicklung nach dem Band-Projekt Hype Williams erwartete! Gespannt ist man nun auf das neue Projekt von Inga, das schlicht mit Copeland betitelt ist.

Kyoka ist der erste weibliche Act auf dem Raster-Noton Label. Sie arbeitet als Musikerin und Komponistin in Berlin und Tokyo. Ihr chaotischer und direkter Anspruch an Musik lässt einen schweren und groben Sound entstehen. Tanzbare Rhythmen mit einem «broken pop-beat» bestimmen ihr Album ISH. Darauf schafft es Kyoka sowohl klar als auch zweideutig zu sein – Helligkeit gehüllt in ein Tuch von Dunkelheit und Abstraktion.