Ebony Bones ist eine schillernde Figur, und das ist nicht nur auf ihre schrillen Bühnenoutfits gemünzt. Die Londonerin studierte Schauspielerei in der gleichen Klasse wie Amy Whinehouse, danach trat sie bis zu deren Absetzung in der britischen Soap Family Affair auf (unter ihrem richtigen Namen Ebony Thomas). 2009 mutierte sie zur Kunstfigur und Disco Punk-Ikone Ebony Bones, anfangs musikalisch unterstützt vom Schlagzeuger Ray Scabies von der Punklegende The Damned.

Mittlerweile hat sie schon Songs in den Dienst von Saint Laurent und Ray Ban gestellt. In diesem Jahr singt sie im Duett mit Yoko Ono auf deren neuen Remix-Platte und wird ihr drittes Studioalbum veröffentlichen. The Guardian bezeichnete ihre Musik als «unique brand of post-punk mantra-disco», ihre Bühnenshows sind wild und energetisch, und ihr Soundgemisch aus Funk, Disco, Afrobeat, New Wave und Punk sprüht Funken.

Letztes Jahr veröffentlichte Ghostpoet sein drittes und bisher bestes Album «Shedding Skin«, welches – wie auch bereits sein Debut – sogleich für den renommierten Mercury Prize nominiert wurde. Ghostpoet, das ist der Londoner Musiker und Sänger Obaro Ejimiwe, flankiert wird er von einer vierköpfigen Band. Sein typischer Sound ist urbaner Pop mit gebrochenen Schlagzeugbeats, hypnotischen Gitarrenfiguren und elektronischen Spielereien. Hinzu kommt sein absolut unverkennbarer Gesang, der ein wenig wie Rap klingt, aber streng genommen keiner ist. Eher noch ist Ghostpoets Gesang eine melodische Erzählstimme, die den Groove trägt, ergänzt, antreibt. Die Musik ist zu gleichen Teilen dramatischer, treibender Pop und experimenteller, handgespielter Hip Hop. Im Gegensatz zu Young Fathers, die uns letztes Jahr in der Dampfzentrale beglückten, zieht sich eine ansprechende Schwere durch die Songs, die dann und wann eher an Tricky erinnern.