Auf Anweisung des Kantons bleibt die Dampfzentrale wie alle Theater bis zum 7. Dezember geschlossen. Davon betroffen sind alle Vorstellungen.

Kunst ist kostbar. Tanzkunst ist es umso mehr, als jede Bewegung bereits in dem Moment, in dem sie geboren wird, schon wieder unwiederbringlich verfliegt. Was wäre also geeigneter als der Tanz, um unsere Vergänglichkeit poetisch zu spiegeln?

Die Basler Choreografin Tabea Martin widmet dem Thema eine ganze Trilogie: Nach «This is my last dance» (2018) und «Forever» (2019) schliesst sie diese nun im Rahmen einer Koproduktion mit dem Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps und dem Veranstalternetzwerk Expédition Suisse ab. «Nothing Left» beleuchtet die Auswirkungen, die der Tod von anderen auf uns hat. Denn während für Sterbende mit dem Tod ein Prozess zu Ende geht, beginnt für die Zurückbleibenden ein solcher erst richtig. Das Gegenüber antwortet nicht mehr, der Dialog verengt sich zum Monolog. Auch das Sterben in Kriegen oder durch ein Unglück verstört uns zutiefst. Kann man einfach weiterleben? Wir sind ratlos angesichts eines Phänomens, das doch fester Bestandteil unserer Identität ist. Fern der sonst üblichen Tabuisierung will Tabea Martin diesmal genau hinschauen, den Moment aushalten und hinterfragen. Mittels Tanz eröffnet sich für das Unaussprechliche eine neue Ebene der Kommunikation. «Vielleicht wird es ein grosses Fest», so Tabea Martin dazu, und meint es völlig ernst. Wer diese Künstlerin kennt, der weiss, dass bei ihr auf der Bühne im besten Sinne immer mit allem zu rechnen ist.

Biografie

Tabea Martin studierte modernen Tanz an der Hochschule der Künste in Amsterdam und Choreografie an der Rotterdamse Dansacademie, sowie an der School for New Dance Development in Amsterdam. Seit 2006 kreiert sie ihre eigenen choreografischen Arbeiten, in welchen das Individuum in seinem sozialen Umfeld ein zentrales Motiv darstellt.

Choreografie: Tabea Martin. Choreografische Assistenz: Kiyan Khoshoie / Dominique Cardito. Musik: Samuel Rohrer. Bühne: Veronika Mutalova. Kostüme: Mirjam Egli. Bühnenbild- und Kosstümassistenz: Danaë Neuhaus. Licht: Simon Lichtenberger. Tourtechnik: Patrik Rimann, Martin Wigger, Sebastian Stebler. Dramaturgie: Irina Müller, Moos van den Broek. Œil extérieur: Sebastian Nübling. Video: Heta Multanen. Fotografie: Katharina Lütscher. Tänzerinnen/Tänzer: Miguel do Vale, Tamara Gvozdenovic, Daniel Staaf, Lohan Jacquet, Emeric Rabot, Maria de Dueñas Lopez, Daniela Escarleth Romo Pozo, Panos Malaktos / Georges Hann.
Koproduktion: Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps, Expédition Suisse (Kaserne Basel, LAC Lugano Arte e Cultura, Dampfzentrale Bern, Théâtre Vidy-Lausanne, Association Danse Neuchâtel (ADN)/Théâtre populaire romand (TPR)).
Unterstützt von: PRAIRIE – das Koproduktionsmodell des Migros-Kulturprozent mit innovativen Schweizer Theater- und Tanzcompagnien; Fachausschuss Tanz und Theater der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft; Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung; Fondation Nestlé pour l’Art; Stanley Thomas Johnson Stiftung; Stiftung Wolf; Ernst Göhner Stiftung; Landis + Gyr Stiftung. Produktionsleitung: Franziska Ruoss.