Ein höllenreiterisches Experiment, eine Versammlung vielschwingender Apparaturen an der grossen Tafelrunde: Das ist der «Club d’Essai», eine Serie in monatlichem Rhythmus. Hier trifft sich ein jeweils neu zusammengewürfeltes Kollektiv von  Elektronika-TüftlerInnen, welches mit einer Armada synthetischer Sound-Obskuritäten zu einem Live-Set lädt, dessen Wendung niemand vorausahnen kann: Mit Drum-Machines, Synthesizern, selbstgebauten Klangerzeugern und einem grossen Kabelsalat wird der Brückenschlag zwischen experimenteller Elektronika und Dancefloor angeboten – die wechselnde Formation bespielt die Situation mit eigenen Ideen, kein Versuch wird dem nächsten ähneln. Die Bandbreite geht von Drone-Sounds bis zu klassischen Techno-Grooves, die nach dem Konzert von DJs weitergesponnen werden. Der Club d’Essai ist eine vernetzte, multimediale und modulare Einrichtung, welche über die Veranstaltung hinaus gedacht ist und das Potenzial haben soll, sich zu einer Art Label für das kollektive Treiben zeitgenössischer elektronischer Musik in Bern zu entwickeln.

 

Der Club d’Essai findet nicht nur in der Dampfzentrale statt. Auf www.clubdessai.ch ist der multimediale Arm der Veranstaltung installiert: Im interaktiven Archiv werden Mixes und Soundmaterialien vorgestellt, Interviews geführt und die Konzerte live gestreamt. Die eingeladenen MusikerInnen und DJs werden jeweils einige Tage vor dem Konzert bekannt gegeben und auf der Website vorgestellt. Denn die einzelnen Gäste stehen im Hintergrund, während das Kollektiv mit seinen Versuchsreihen die zentrale Rolle übernimmt: Der Club d’Essai.