«Eine Welturaufführung erwartet Sie in diesem Konzert: die mich magisch anziehende erste Cellosonate von Alfred Schnittke in der Bearbeitung für Streicher, Cembalo und Solocello meines guten Freundes und Kollegen Martin Merker. Schnittke, oft als ‹Polystilist› bezeichnet, war sich in der Nachfolge Schostakowitschs vor allem seiner eigenen Individualität bewusst. Die Cellosonate entstand kurz nach seinem aufsehenerregenden, von ihm auch als ‹a 100% guaranteed Corelli, made in the Udssr› beschriebenen Concerto grosso Nr. 1 (zu hören übrigens in unserem fünften Abokonzert ‹Geheimnis›).

Der scheinbar perfekten Harmonie Corellis und Bachs steht die leidenschaftliche und aussergewöhnlich progressive Musik von Carlo Gesualdo gegenüber, dessen Lebensgeschichte Alfred Schnittke wenige Jahre vor seinem späten letzten Streichquartett sogar eine eigene Oper widmete.»

Thomas Kaufmann

Programm

Carlo Gesualdo (1566–1613)

Aus den Madrigalbüchern 5 und 6

Johann Sebastian Bach (1685–1750)

Verleih uns Frieden gnädiglichChoral aus der Kantate Am Abend aber desselbigen Sabbats BWV 42

Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)

Streichquartett Nr. 7 in fis-Moll op. 108, Fassung für Streichorchester von Alexander Raskatov

Alfred Schnittke (1934–1998)

Praeludium in Memoriam Dmitri Shostakovichfür zwei Violinen

Alfred Schnittke

Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1. Version für Violoncello, Streicher und Cembalo von Martin Merker (2020)

Largo / Presto / Largo

Arcangelo Corelli(1653–1713)

Concerto grosso Nr. 4 in D-Dur op. 6

Alfred Schnittke

Variationen für Streichquartett