«Rage(s)», das erste gemeinsame Stück von Marie Delprat und Olive Lopez, präsentiert sich als eine Performance, die nicht nur die Grenzen zwischen den Medien, sondern auch zwischen den Kategorien von Künstlerinnen hinterfragt. So werden die Komponistin/Performerin Marie Delprat und die Choreografin/Tänzerin Olive Lopez jeweils zu unbestimmten Künstlerinnen, die mit der Kunst spielen und ihr Instrument (Paetzold Flöte/Körper) ausschliesslich einer offensichtlichen und definierten Praxis anpassen. Die Tänzerin nutzt ihren Körper als Musikinstrument und die Musikerin befreit sich von ihrem Instrument, um eine einzigartige Körpersprache zu entdecken. Mit Video, Musik, Tanz, Deklamation, Beleuchtung und Plastizität der Bühne untersucht «Rage(s)» eine Reihe von künstlerischen Materialien, um ihren üblichen Gebrauch besser zu entfremden.

Die Hauptidee der musikalischen Komposition ist die Gegenüberstellung von synthetischen und reinen Klängen. Ein mobiles Gestell, bestehend aus einem Mischpult, einer Loopstation und zwei Effektpedalen funktioniert wie die Lunge der Soundinstallation. Es dient sowohl der Verstärkung von natürlichen Klängen wie z.B. Flöten, als auch als Quelle elektronischer Klänge, die von Noise Music und Dark Ambient (Drone Music) beeinflusst sind.

Die choreografische Schrift ist von mehreren rituellen Tänzen inspiriert, darunter die Tarantella oder die kollektiven weiblichen Trancetänze und Rituale der Hadarrate in Nordafrika.
Das Stück von Marie Delprat und Olive Lopez entstand aus dem gemeinsamen Wunsch, ihre Disziplin in einem einzigen Dialog zu verbinden und ihre eigene künstlerische Praxis zu hinterfragen. Es reflektiert auch ein Nachdenken über den Körper, ihre eigenen Körper als Künstlerinnen – was diese vermitteln und an Persönlichkeit, an Weiblichkeit zum Ausdruck bringen.

Marie Delprat: Konzept, Komposition, Performance.
Olive Lopez: Choreographie, Performance.
Till Wyler von Ballmoos: Oeil Extérieur.
Christoph Utzinger: Ton.
Olivier Famin: Licht.
Maxine Devaud – Maxinthewood Productions: Produktion

Förder*innen: Pro Helvetia / Fondation Nicati-de Luze / Ernst Göhner Stiftung / Fondation Nestlé pour l’Art / Kultur Stadt Bern / Burgergemeinde Bern / Kanton Bern
Fotos: Hadrien Perrot