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«Wenn wir länger als die nächsten 100 Jahre hier sein wollen, dann liegt unsere Zukunft im Weltraum.» Stephen Hawking, TED Talk 2008
«We need to talk» (wir müssen reden): Der Satz riecht nach einer Krisensituation, einem Ultimatum, der Aufforderung, sich unangenehmen Dingen zu stellen. Fast immer verbindet sich mit ihm ein flaues Gefühl im Magen und der Verdacht, dass man schon viel zu lange versucht, das Unvermeidbare zu vermeiden. Von allen Seiten erreichen uns Meldungen von Umweltkatastrophen und apokalyptische Vorhersagen, ein beständiges Beharren auf den Untergang, das sich zwischen uns und jede Idee von Zukunft stellen will. Wie kann man sich dieser Gegenwart entziehen, wie können wir anders reden lernen? Und wenn Stephen Hawking Recht haben sollte: Wie sieht dann dieser Welt-«Raum» aus? Können wir uns eine Zukunft vorstellen, in der unsere Erfahrungen, unser Wissen und die Modelle, an denen wir uns orientieren, keine Spuren hinterlassen haben? Ist eine Zukunft denkbar, die nicht der Gegenwart ähnelt, in der wir uns bewegen? Nach den neueren Ensemble-Arbeiten «The Best and the Worst of us» und «To Serve» kehrt Simone Aughterlony zurück zum Medium des Solos, um diesen Gedanken und Fragen nachzugehen.
1977, im selben Jahr, in dem Simone Aughterlony zur Welt kam, schickte die NASA die Raumsonden Voyager 1 und 2 ins All, um Informationen über unser Sonnensystem und darüber hinaus zu sammeln. Zu diesem seriösen wissenschaftlichen Unterfangen, dem Ursprung des Universums nachzugehen, gesellte sich ein poetisches und recht ehrgeiziges Projekt. An Bord der Sonde befindet sich eine Schallplatte, eine mit gold beschichtete Kupferscheibe von 25 Zentimetern Durchmesser, deren Inhalt – Klänge, Bilder und Musik – das irdische Leben und seine Kultur für ausserirdische Zivilisationen, denen die Sonde auf ihrem Weg begegnen könnte, dokumentieren soll. In «We need to talk» setzt die Tänzerin und Choreografin zwei sehr unterschiedliche Vektoren in ein Zwiegespräch: Einmal die Voyager, die seit 33 Jahren durch das All rast, und dann ihr eigenes Dasein mit seinen weit bescheideneren Kreisen. In diesem «unmöglichen» Austausch prallen biografische Details, Anekdoten und Gedanken auf eine überaus heterogene Sammlung von Musik und Klängen, die sich an das Fremde dort draussen richtet. Die Platte legt die dramaturgische Leitplanke für die Arbeit, und entlang ihrer Merksteine aus klassischer und moderner Musik tanzt Simone Aughterlony sich an Punkte heran, die sich mit ihrem Sein verknüpfen. «Wir beide, die Platte und ich, wurden 1977 auf unseren Weg geschickt, und wenn diese Platte die Menschheit repräsentieren soll, dann müsste ich eine Verbindung zu ihr spüren oder zumindest in der Lage sein, ihre anthropozentrische Substanz zu entziffern, während sie sich weiter Richtung Zukunft bewegt. Die Entschlüsselung dieser ungelenken Zeitkapsel (oder Flaschenpost in einem kosmischen Ozean) erlaubt mir eine Auseinandersetzung mit Zeit: Was hat über die Zeit hinaus Bestand, und auch über uns selbst, die wir uns in oder ausserhalb dieser Zeit bewegen».
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«Si nous voulons continuer au-delà des 100 prochaines années, notre avenir est dans l’espace.» Stephen Hawking, TED Talk 2008. Pouvons-nous imaginer un futur qui n’est pas contrôlé par nos expériences, nos connaissances ou par les modèles actuels? Dans «We need to talk», Simone Aughterlony cherche à relier l’idée du voyage de la sonde spatiale Voyager à travers l’espace et le temps avec sa propre existence et ses déplacements limités. Elle s’intéresse particulièrement au passager à bord du Voyager: un disque en or contenant une sélection de sons, d’images et de musiques censés représenter la vie sur la Terre et destinés aux civilisations extraterrestres pouvant être amenées à le découvrir. La musique éclectique sur le disque d’or sert de guide dramaturgique pour la pièce. Les piliers de la musique classique et moderne s’enchainant, Simone se lance à la recherche d’affinités. «Tous les 2, le disque et moi, avons été mis en orbite en 1977 et si ce disque est censé représenter le genre humain, alors je devrais ressentir quelques connections avec lui, ou au moins décoder son importance aujourd’hui alors qu’il continue son voyage vers le futur.»
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«If we want to continue beyond the next 100 years our future is in outer space.» Stephen Hawking, TED Talk 2008. Can we imagine a future that is uncontained by our experiences, our knowledge and by the models provided now? Following on from her last group pieces, Simone Aughterlony returns to solo performance. In «We need to talk», she endeavours to marry the idea of the last 33 years of the Voyager spacecraft’s journey through space and time with her own existence and scant travels. She peers up with Voyager’s onboard passenger: a golden record containing a selection of sounds, images and music meant to encapsulate life on planet Earth and destined for any extraterrestrial civilization that may encounter it. The golden record’s eclectic compilation of music acts as a kind of enforced dramaturgy for the work – she dances her way through the cornerstones of classical and modern music it contains, looking for affinities. «We were both, the record and I, launched in 1977 and if this record is supposed to represent humankind then I should feel some connection with it, or at least unpack it’s significance today as it travels into the future».