Dampfzentrale Bern: Leitbild 2007-12
Die Dampfzentrale ist gemäss einem Auftrag von Stadt und Kanton Bern ein zeitgenössisches Kulturzentrum für Tanz und Musik. Sie erkundet aktuelle Formen von Musik und Tanz und das vage Terrain dazwischen. Sie forscht nach den Grenzüberschreitungen zu Performance und Clubkultur. Die Gegenwart verlangt nach konfrontativer und auch intimer Kulturproduktion. Deshalb bietet die Dampfzentrale Künstler/innen eine Bühne, die sich als Autoren und nicht als Vollstrecker ästhetischer Regeln verstehen. Für ein überwiegend öffentlich finanziertes, gegenwärtig definiertes Kulturzentrum liegen die inhaltlichen Schwerpunkte in der ungesicherten, progressiven und widerborstigen Kultur. Die Dampfzentrale bricht Konventionen. Erzeugnisse der künstlerischen Avantgarde werden gleichwertig neben popkulturelle Referenzen gestellt. Die Dampfzentrale ist aber nicht nur Bühne sondern ein Ort an dem man sich trifft und austauscht – sei es mit Künstler/innen, Veranstalter/innen oder Publikum. Die Dampfzentrale baut ein Netzwerk mit nationalen und internationalen Bühnen und Partnern auf.
Tanz
Zeitgenössischer Tanz und Performance in der Dampfzentrale spiegelt und beeinflusst die professionelle Tanzszene lokal, national und international. Die im Haus produzierten Produktionen sind innovativ, interdisziplinär und spartenübergreifend. Wir arbeiten mit Künstler/innen zusammen, die einer Selbstreflektion fähig sind. Ironie und Humor halten intellektuellen Konzepten lustvoll die Waage. Der Zugang zu Tanz soll sowohl über die Oberfläche als auch über Inhalte möglich sein. Der Dialog unter den Choreografen und Tänzern, die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Publikumsgespräche sind die möglichen Plattformen für diese Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Tanz und seiner Rolle in der Kunst. Ko-Produktionen und das Artist-in-Residence Konzept werden ausgebaut.
In der Subventionsperiode 2008-12 arbeitet die Dampfzentrale im Bereich Tanz mit der Tanzaktiven Plattform Bern, BeweGrund und weiteren lokalen und nationalen Institutionen zusammen. Die Berner Tanztage erleben einen Neustart unter dem neuen Namen TANZ IN. BERN - Tanz International Bern im Oktober 2008. Programmverantwortlich ist die Leitung Tanz der Dampfzentrale. Das Festival wird von einem Beirat begleitet.
Musik
Die Dampfzentrale veranstaltet zeitgenössische urbane Musiker/innen aus dem In- und Ausland, die sich zwischen der progressiven Popkultur und der akademisch nicht gebundenen Neuen Musik bewegen: Dies ist der Bereich, wo heute an der Zukunft der Musik gearbeitet wird. Die immer zahlreicheren Grenzgänger/innen zwischen den Bereichen sind Ausdruck eines aktuellen Kunstverständnisses – sie stehen im Fokus des Musikprogramms. Voraussetzung ist Offenheit für unorthodoxe Zugänge. (Jazz, World Music, Hiphop und Klassik gehören nicht zum Auftrag der Dampfzentrale.) Dank verschiedenen Programmschienen ist die Dampfzentrale Plattform für das Experimentelle (Neue Musik, Klangkunst, freie Musik) und zugleich Ort für publikumsträchtige Formate (Rock, Dancefloor). Festivals vertiefen inhaltliche Konzepte schwerpunktmässig.
Der neue Vertrag für Subventionsphase 2008-12 sieht einen Programmschwerpunkt neue Musik vor. Um diesen Schwerpunkt zu realisieren, haben sich die Dampfzentrale, die Internationale Gesellschaft Neue Musik (IGNM) und die Werktstatt für Improvisierte Musik (WIM) zusammen getan. Die drei Vereine werden von Stadt und Kanton Bern mit einem Globalbeitrag unterstützt. Eine Vereinbarung mit der Abteilung Kulturelles regelt die Zusammenarbeit. Die Programmverantwortung Neue Musik übernimmt der Musikleiter der Dampfzentrale. Ein Beirat, der im Frühling 2008 konstituiert wird, begleitet das Programm kritisch und netzwerktätigend.
cp/rm, 10.1.08